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Bern Freiburg Wallis Staatspersonal geht auf die Strasse

Mehrere tausend Berner Lehrkräfte, Kantons- und Gesundheitsangestellte haben sich am Samstagnachmittag zu einer grossen Kundgebung auf dem Berner Bundesplatz versammelt. Sie wehrten sich gegen den Abbau im Service Public und für eine verlässliche Lohnpolitik.

Legende: Video Staatspersonal geht auf die Strasse abspielen. Laufzeit 1:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.03.2013.

Die Angestellten des finanzschwachen Kantons Bern waren in den vergangenen Jahren immer wieder von Sparmassnahmen betroffen. Das Gehaltssystem sieht neben dem Teuerungsausgleich eigentlich vor, dass jährlich 1,5 Prozent der Lohnsumme für Gehaltsaufstiege zur Verfügung stehen. Doch die Lohnmassnahmen wurden kaum je im vollen Umfang gewährt.

Kanton kann nicht mehr mithalten

Die Angestellten fordern vom Kanton nun verlässliche Lohnperspektiven. Im Vergleich zu Nachbarkantonen und der Privatwirtschaft könne Bern nicht mehr mithalten, lautet ihre Kritik. Der Kanton müsse marktübliche Löhne zahlen und Entwicklungsmöglichkeiten, finanzielle Perspektiven sowie Sicherheit bieten.

 Weil es an Ressourcen fehle, steige der Druck auf die Angestellten immer mehr. Auch dagegen wollen die Demonstrierenden auf dem Berner Bundesplatz ein Zeichen setzen. Unter ihnen befinden sich zum Beispiel Mitarbeitende aus Spitälern, Heimen oder der Polizei.

Vor grosser Spardebatte

Bild von Kundgebungsteilnehmer.
Legende: Tausende demonstrierten vor dem Bundeshaus. SRF

Dem Kanton Bern steht in den kommenden Monaten eine weitere grosse Spardebatte ins Haus. Es geht darum, ein strukturelles Defizit von rund 450 Millionen Franken zu beseitigen.

Der Kanton hat eine Aufgaben- und Strukturüberprüfung an die Hand genommen. Daneben muss der Kanton in den kommenden Monaten entscheiden, wie er seine beiden Pensionskassen sanieren und finanzieren will.

Zur Kundgebung aufgerufen haben Berufs- und Personalverbände sowie Gewerkschaften des Kantons Bern. Das Motto der Kundgebung lautet «Stopp Abbau». Die letzte Kundgebung der Berner Staatsangestellten in dieser Grössenordnung fand 2002 statt.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Willi Zimmermann, Berner Oberland
    Der Arbeitsdruck nimmt nicht nur bei den Staatsangestellten zu. In der Privatwirtschaft kommt noch der psychische Druck der Arbeitsplatzverlustangst dazu. Die verfügbaren Einkommen liegen über dem Durchschnitt aller Kantone, obschon die Wirtschaftskraft deutlich unterdurchschnittlich ausfällt. Vergleiche mit wirtschaftsstärkeren Kantonen sind nicht hilfreich und schüren nur die Unzufriedenheit. Ich stehe zu unserem Kanton mit allen Vor- und Nachteilen. Wir leben über unsere Verhältnisse.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Gut, nun haben 20'000 frustrierte Berner Staatsangestallte Dampf abgelassen. Kein Problem, die Gründe sind nachvollziehbar. Was aber passiert in gut einem Jahr, wenn im Kanton Bern Regierung und Parlament neu zu bestellen sind? Dann werden, wenn sich nicht gewaltig was ändert, wiederum die bürgerlichen Staatsabbauer obsiegen und alles demonstrieren hat definitiv nichts gebracht. Wieder mal ist klar, dass jede/r schlau ist. Die Frage ist nur wann: vor- oder nachher!
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    1. Antwort von didi, Seeland
      Sie haben es in der Hand, mit Ihrer Stimme eine Änderung herbeizuführen. I
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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    ja und soll der Steuerzahler nun den linken Staatsangestellten, welche für die Schweiz überhaupt nichts übrig haben. immer mehr Lohn bezahlen. Wie ich bereits einmal erwähnt habe, sind die Linken die grössten Abzocker. Für sehr wenig Leistung verlangen die horande Löhne.
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    1. Antwort von didi, Seeland
      Der Staatsangestellte ist ebenfalls Steuerzahler. Er wird also doppelt und dreifach zur Kasse gebeten. Wo gibt es das in der Privatwirtschaft?
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    2. Antwort von Hans König, Häusernmoos
      Namensloser "didi" Es steht jedem Staatsangestellten frei, die Stelle zu wechseln. Ich habe selber 40 Jahre Staatsdienst auf dem Buckel und kenne daher die Arbeitsmoral von einem Teil der Beamten. Ihr Beispiel widerspiegelt dies bestens, wer hat in der Privatwirtschaft schon Zeit sich während der Arbeitszeit im Internet zu vergnügen. Freundliche Grüsse!!!
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