Ständerat Urs Schwaller: «Meine Familie kam oft zu kurz»

Mit 34 Jahren war Urs Schwaller Oberamtmann des Sensebezirks. Mit 40 Jahren Freiburger Staatsrat. Später in Bern Ständerat und Bundesratskandidat; eine Bilderbuchkarriere. Ende Jahr steigt der Vollblutpolitiker aus der aktiven Politik aus. Er kandidiert nicht mehr.

Jeden Morgen um 5 Uhr geht Urs Schwaller joggen. «Ich sage dem meditativer Spaziergang.» Er lässt sich den bevorstehenden Tag durch den Kopf gehen. Der Sensler lebt auf der Überholspur.

Nebst seinem Ständeratsmandat ist er Anwalt und sitzt in mehreren Verwaltungsräten und seit kurzem im Europarat in Strassburg. Für seine drei mittlerweile erwachsenen Kinder hatte er nicht immer Zeit. Er habe viele Elterngespräche und Schulschlussfeiern verpasst. «Im Nachhinein denke ich, ich hätte mir ein paar Stunden mehr Zeit nehmen sollen», sagt Urs Schwaller.

Der Macher

Er liebe die Politik, weil er gerne mitgestaltet. «Ich kann mitreden und Dingen eine Richtung geben.» Das sei spannend. Verletzt hat ihn die Nichtwahl in den Bundesrat. Vor allem die Kritik aus dem eigenen Kanton. «Ein Deutschfreiburger kann Freiburg nicht vertreten», habe es geheissen, sagt Urs Schwaller. Immerhin habe man gemerkt, dass Freiburg zweisprachig sei.

Er sei gerne Ständerat. «Ich bin gerne Botschafter für meinen Kanton.» Heute bereut er, dass er als Jugendlicher nie ein Jahr im Ausland verbracht hat. Wenn er sich aus der Politik verabschiedet, könne er das eventuell nachholen. «Nicht ein Jahr, aber in paar Monate.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

«Mein Jahr»

Frau sitzt auf Berggipfel und guckt in die Ferne.

Keystone

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