Zum Inhalt springen

Strassenbau im Kanton Bern Kreuzungen mit Ampeln statt Kreisel sind wieder ein Thema

Der Kreisel ist nicht mehr das Allerheilmittel gegen verstopfte Strassen. Der Kanton Bern baut wieder mehr Kreuzungen.

Legende: Audio Stefan Studer: Kreuzungen sind ein Thema - dort wo es passt abspielen.
3:59 min

Ein Vierteljahrhundert lang bauten Kanton Bern und viele Gemeinden zahllose Verkehrskreisel. Sie galten als Patentrezept für flüssigeren Verkehr. Aber nun erstellt das kantonale Tierbauamt wieder vermehrt klassische Kreuzungen mit Ampeln. Kommt der Kreisel womöglich aus der Mode?

Luftaufnahme Bypass Thun Nord.
Legende: Ein grosser Kreisel bei der neuen Aarebrücke des Thuner Bypass... ZVG/Kanton Bern

Stefan Studer, der bernische Kantons-Oberingenieur, kennt die Gründe dafür, dass Kreuzungen tatsächlich wieder ein Thema werden:

  • Kreisel haben eine begrenzte Kapazität. Bei sehr viel Verkehr funktionieren sie nicht mehr. Es hat auch mit der Grösse der Kreisel zu tun.
  • Verkehrs-Simulationen zeigen, dass ampelgesteuerte Kreuzungen viel Verkehr besser bewältigen.
  • Mit Ampeln lässt sich der Verkehr dosieren und steuern, je nach Andrang.
  • Ein Rückbau von Kreiseln zu Kreuzungen bleibt die Ausnahme, ausschliesslich bei sehr stark frequentieren Strassen in den Agglomerationen.
Eine grosse Kreuzung in Thun.
Legende: ...aber auf der anderen Seite der Brücke gab es eine grosse Kreuzung mit Ampenanlagen. ZVG/Patric Spahni, Thun

Aktuelles Beispiel dafür ist der Bypass Thun-Nord, die Umfahrung des Zentrums mit einer neuen Aarebrücke. Beim Autobahn-Zubringer baute der Kanton zwar einen grossen Kreisel – aber auf der anderen Seite eine klassische Kreuzung.

Auch beim vorgesehenen Ausbau der Bolligenstrasse im Norden von Bern ist vorgesehen, drei von vier Kreiseln zurückzubauen und daraus wieder Kreuzungen mit Ampeln zu machen. Kantonsoberingenieur Stefan Studer sagt aber auch: «Der Kreisel ist in den allermeisten Fällen ein sehr bewährtes Mittel. Das wird noch lange so bleiben.»

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Ich frage mich nur, wozu dieses teure Bauwerk gut ist. Der Stau bildet sich nun eben an der neuen Ampelanlage. Soll das nur die erwartete Lösung sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Aha, der ist es also der die Kapazität vieler Kreisel vernichtet! Die einfachste Art einen Kreisel ausser Betrieb zu setzen ist, die nächste Kreuzung mit einer Ampel zu versehen. Der Rückstau der sich von der Ampel bildet verstopft dann je nach Verkehrsaufkommen zwingend den Kreisel. Der Kanton Solothurn macht das schulmeisterlich vor, indem er an der Stadtgrenze zu Bellach hin mit einer einzigen Ampel den Verkehrsfluss von bis zu 2 Kreiseln auf beiden Seiten vernichtet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen