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Wildtierschutz in den Bergen Streit um Skitouren-Routen

Rund um das Schwarzhorn im Berner Oberland sind drei beliebte Skitouren-Routen gesperrt worden, weil sie durch ein Wildschutzgebiet führen. Dagegen wehren sich die lokalen Bergführer, weil das die drei wichtigsten Touren für sie sind.

Legende: Video Streit um Skitouren-Routen abspielen. Laufzeit 07:33 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 28.02.2017.

Der Berner Jagdinspektor hat die Routen Anfang Saison gestrichen, weil er der Meinung ist, dass die Wintersportler massiv zugenommen hätten. Gämsen und Schneehühner hätten ein Viertel ihres Lebensraums verloren, sagt Jagdinspektor Niklaus Blatter. Ganz zum Unmut von Bergführer Marc Ziegler aus Grindelwald. Es seien genau diese drei Routen, die sie bräuchten, um mit Gästen in der Region unterwegs zu sein.

Tourismus gegen Wildschutz

Es sind zwei Welten, die oberhalb von Grindelwald aufeinanderprallen. Der Jagdinspektor will genügend Lebensraum für die Tiere und die Bergführer ein attraktives Wintersportgebiet. Zudem geht es für sie auch um Geld. «Wir haben eine Wertschöpfungsanalyse gemacht, wir verlieren etwa 80 Touren in dem Gebiet. An einem Tag werden etwa 1000 Franken umgesetzt», rechnet Marc Ziegler vor. Niklaus Blatter hält dagegen: «Wir sind der Meinung, dass ein sanfter Tourismus auch nach der Streichung der drei Routen immer noch möglich ist.»

Im Moment liegt die Beschwerde der Bergführer beim Kanton Bern. Der muss darüber entscheiden, ob die Bergführer überhaupt beweisen können, dass sie ein Interesse an diesen Touren haben. Falls der Kanton die Beschwerde abweist, wollen die Bergführer auf der politischen Ebene weiterkämpfen.

Wildschutzgebiete

Immer wieder werden Skitouren-Routen neu überprüft und teilweise auch gestrichen. Denn: In Wildschutzgebieten gelten strenge Regeln für den Wintersport. Erlaubt sind nur Skitouren-Routen, die in den offiziellen Swisstopo-Skitourenkarten eingezeichnet sind. Alle anderen werden nicht mehr geduldet. Viele waren bisher nur auf SAC-Karten eingezeichnet.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Heute glaubt der Mensch er habe alles Recht der Welt sich überall aufzuhalten ohne Rücksicht auf die Tiere. Die Hauptsache es bringt Geld ein. Aber wenn die Leute vor der eigenen Haustür belästigt werden, wird schnell ausgerufen und protestiert. Das gleiche Recht aber verwehren sie den Tieren in den Alpen.
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  • Kommentar von René Michel (rmichelschwabu)
    Skitourenrouten Der Bestand der Paarhufer in den Eid. Jagdbanngebiete hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. 1000 weitere kantonale und kommunale Wildruhezonen mit einer Fläche von nochmals 1500km2 schränken die die Freizeitnutzung zusätzlich ein. Der SAC setzt sich für eine verhältnismässige Schutzinterpretation ein. BAFU interne Regeln, die politisch nicht abgestimmt sind, schiessen weit über das Ziel hinaus. René Michel, Ressortverantwortlicher Umwelt im Zentralvorstand des SAC Schweiz
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Ich gehe davon aus, dass Bergführer die Natur mit den schönen Bergregionen lieben ink. der Tiere. Warum jetzt dieser Widerspruch von Bergführern gegen die Sperrung von Wegen durch Schutzgebiete? Geht es hier vor allem ums Geldgeschäft mit Touristen? Und hätten die Bergführer nicht auch die Aufgabe, ihre Touristen für die Schonung der Natur bzw. der Tiere zu sensibilisieren? Nun: Es geht nicht nur die Bergführer an, den Tierschutz mehr zu respektieren, sondern wir tragen alle Mitverantwortung!
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