Swissgrid-Aktien: BKW und Westschweizer Kantone einigen sich

Der Berner Energiekonzern BKW übernimmt 30 Prozent der Swissgrid-Aktien und überträgt davon rund 4,4 Prozent an die Investitionsgesellschaft Sireso, welche die Interessen der sechs Westschweizer Kantone vertritt. Darauf haben sich beide Parteien geeinigt.

Der Energiekonzern BKW hat sich damit mit den sechs Westschweizer Kantonen, die sich in der Investitionsgesellschaft Sireso zusammengeschlossen haben, endgültig über den Kauf der Swissgrid-Aktien von Alpiq geeinigt, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung am Donnerstag heisst. Dank dieser Transaktion hält die BKW neu eine Beteiligung von knapp 37 Prozent an der Swissgrid.

Die BKW und Sireso hatten sich bereits im März grundsätzlich über den Verkauf der Swissgrid-Aktien von Alpiq geeinigt. Doch andere Swissgrid-Aktionäre blockierten den Deal.

Ursprünglich wollte die von sechs Westschweizer Kantonen gegründete Sireso der Alpiq das Aktienpaket abkaufen, damit die Westschweiz ihren Einfluss auf den Stromnetzbetreiber Swissgrid nicht verliert. «Rund 26 Prozent der Schweizer Bevölkerung lebt in der Westschweiz. Deshalb wollen wir auch mitreden», sagt Jacqueline de Quattro, Staatsrätin aus dem Kanton Waadt.

«  Wir müssen alles tun, damit die BKW wettbewerbsfähig bleibt. »

Suzanne Thoma
CEO der BKW

Allerdings machte die BKW als Swissgrid-Aktionärin ihr Vorkaufsrecht geltend. Für BKW-Chefin Suzanne Thoma ist klar: «Die Branche befindet sich in ganz stürmischen Zeiten. Wir müssen alles tun, damit die BKW zukunftsfähig bleibt.» Dazu gehöre eben auch eine starke Beteiligung beim nationalen Netzbetreiber Swissgrid.

Doch die Westschweizer Kantone wehrten sich unter anderem mit einem Rekurs bei der Eidgenössischen Energiekommission gegen den Verkauf des Pakets an die BKW. Der Rekurs war seither hängig.

«  Es ist zwar nicht sehr viel, aber immerhin, wir sind dabei. »

Jacqueline de Quattro
Staatsrätin Kanton Waadt

Die Lösung, die jetzt gefunden wurde, sei zwar nicht die beste für die westschweizer Kantone, aber immerhin besser als nichts, sagt die Waadtländer Staatsrätin: «Es ist zwar nicht sehr viel, aber immerhin, wir sind dabei.»

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