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Tauchen nach Pfahlbauten Er hat seinen Kindheitstraum zum Beruf gemacht

Lukas Schärer ist Taucher des bernischen Archäologischen Dienstes. Er erzählt, was er alles findet – und was nicht.

Porträt Lukas Schärer.
Legende: Seit vier Jahren arbeitet Lukas Schärer als tauchender Archäologe . zvg/Archäologischer Dienst Kanton Bern.

Einen Schatz habe er noch nie gefunden, sagt Lukas Schärer. «Alle fragen das. Aber ich kann keinen Goldschatz präsentieren.» Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Tauchequipe des Archäologischen Dienstes, habe er aber andere Highlights erlebt.

Ein Seil mit Vermessungsstab über einem Holzpfahl.
Legende: Ein Pfahl aus der Bronzezeit wird im Thunersee vermessen. zvg/Archäologischer Dienst Kanton Bern

Zum Beispiel, als die Tauchequipe zum ersten Mal in den Thunersee ging. Ein Hobbytaucher hatte dort eine bronzezeitliche Fundstelle entdeckt und diese gemeldet. «Als Wissenschaftler zum ersten Mal eine Fundstelle zu betauchen, das ist extrem faszinierend.»

Taucherin mit einem Stück Keramik.
Legende: Eine Taucherin des Archäologischen Dienstes mit einer bronzezeitlichen Keramikscherbe aus dem Thunersee. zvg/Archäologischer Dienst Kanton Bern

Der Grossteil der Fundstellen liegt aber im Bielersee, meist im flachen Wasser. Bei der Tauchbasis in Sutz-Lattrigen liegt eine grosse Fundstelle aus der Steinzeit.

Drei Jahre haben Lukas Schärer und sein Team diese betaucht. Mit geschultem Auge entdecke man trotz Schlick vieles, sagt Schärer. Das sauerstoffarme Milieu des Wassers erhalte die Objekte sehr gut.

Taucher und ein Einbaum.
Legende: Die Taucher des Archäologischen Dienstes bergen vor der St. Petersinsel einen Einbaum aus der Bronzezeit. zvg/Archäologischer Dienst Kanton Bern.

Viele Pfahlbauten kamen zum Vorschein, aber auch Boote aus der Bronzezeit, Hüte oder Textilien. Ab und zu gibt es spezielle Funde wie ein Beil mit Holzschaft aus der Steinzeit. «Wir finden aber auch Speisereste wie Getreide, Früchte oder Samen», sagt Lukas Schärer.

Durch all diese Funde liessen sich Rückschlüsse auf die Lebensweise der damaligen Bewohner ziehen. Gehoben und an Land gebracht wird aber das Wenigste. «Normalerweise belassen wir die Fundstellen wie sie sind, versuchen sie vor Erosion zu schützen und so für die Nachwelt zu erhalten.»

(SRF 1, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03/17:30 Uhr)

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