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Telefon-Betrüger Wenn die 117 anruft und Geld will

Bisher war vor allem die Stadt Bern und die Agglo betroffen. Nun gibt es die bösartigen Anrufe auch im Berner Oberland.

Legende: Video Telefon-Betrüger arbeiten mit neuer Masche abspielen. Laufzeit 2:25 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 28.12.2017.

Das Telefon läutet. Auf dem Display steht die Nummer «117» – die Notrufnummer der Polizei. Man hebt ab. Am anderen Ende behauptet jemand, von der Polizei zu sein. Und dann will die Person Geld.

Mit dieser Masche erbeutete die Täterschaft im Kanton Bern laut Kantonspolizei bisher rund 180'000 Franken, zwei Opfer haben gezahlt. Insgesamt sind bei der Polizei rund 200 Meldungen von solchen Betrüger-Anrufen eingegangen. Bis jetzt vor allem aus der Stadt und der Agglomeration Bern. Aber seit Donnerstag gibt es auch Meldungen aus dem Berner Oberland.

Was tun?

Die Täterschaft sei noch auf freiem Fuss, erklärt Christa Lüthi vom Dezernat für Wirtschaftsdelikte der Kantonspolizei Bern, die die Ermittlungen leitet. Es sei nicht möglich, eine verdeckte Nummer zurückzuverfolgen. Deshalb setze man in erster Linie auf Prävention. Bisher ist folgendes über die Täterschaft bekannt:

  • Es sind Anrufe von Männern und von Frauen.
  • Die Personen sprechen jeweils akzentfrei hochdeutsch.
  • Die Anrufe sind sehr persuasiv, überredend – mehrmals täglich, zum Teil sogar stündlich.

Christa Lüthi betont: «Die Polizei ruft nie direkt von der 117 an und unsere Polizistinnen und Polizisten sprechen entweder berndeutsch oder hochdeutsch mit französischem Akzent.» Wenn so ein Anruf kommt, solle man auflegen und die «richtige» Polizei benachrichtigen.

Über Weihnachten gab es wenige Meldungen bei der Kantonspolizei – schliesslich waren die Banken geschlossen. Aber jetzt habe die Zahl rapide zugenommen, in den letzten zwei Tagen waren es über 40 Anrufe im ganzen Kanton. «Und wir wissen nicht, wie hoch die Dunkelziffer ist», so Christa Lüthi.

Legende: Video Falsche Polizisten überführt abspielen. Laufzeit 2:51 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 27.12.2017.

Nicht nur im Kanton Bern

Ob die Täterschaft auf eine Gruppe beschränkt ist, ist nach wie vor unklar. Aber: Auch in anderen Kantonen wird mit der selben Masche versucht, an Geld zu kommen. Im Kanton Basel Stadt ist es der Polizei gelungen, solche «falsche» Polizisten zu überführen.

Auch im Kanton Zürich und in einigen Grenzkantonen sind solche Betrügeranrufe bereits bekannt.

(Schweiz aktuell 19 Uhr/Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 17:30 Uhr)

13 Kommentare

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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    ...mich würde interessieren, wohin und mittels welchen "Vehikels" man das von der 117-"Polizei" geforderte Geld überwiesen werden soll - Gibt die "Polizei" ein PC-Konto bekannt oder soll es via "Western Union" transferiert werden ? Da müssen jedem "normalen" Bürger doch sämtliche Alarmglocken schrillen...
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Ein weiteres Problem zu diesem Thema:Ruft mich ein Beamter von einem Polizeiposten an,ist die Nummer unterdrückt.Ich beantworte prinzipiell keine anonymen Anrufe. Auf meine Aufforderung an den Beamten,seine Nummer zwecks Rückruf zu hinterlassen,heisst es,das gehe nicht.Erst eine giftige Intervention meinerseits via Postenchef klärt dann das ganze.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Diese Menschen sind bestimmt nicht dumm. Das Ganze entsteht aus einem Meer von Einsamkeit, wo jeder Stohhalm zum (falschen) "Rettungsanker" werden kann. Die Reaktion auf die Notrufnummer ist ein Notruf in unserer kalten Welt, wo Viele einsam, verzweifelt und verlassen sind.
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