Thun löst Vertrag mit Sicherheitsfirma vorzeitig auf

Die Stadt Thun trennt sich vorzeitig von der Sicherheitsfirma Protectas, die in der Innenstadt Ordnungsdienste versah. Die Angestellten der Firma hätten ihren Auftrag nicht so wahrgenommen, wie dies von der Stadt erwünscht gewesen wäre, sagt Gemeinderat Peter Siegenthaler.

Häuserzeile in der Altstadt mit Strassencafé auf dem Mühleplatz.

Bildlegende: Auf dem Thuner Mühleplatz wird's nachts manchmal laut. Deshalb setzt die Stadt einen privaten Ordnungsdienst ein. Keystone

Mitte April sorgte die Ordnungsfirma Protectas für Schlagzeilen: Ein mehrfach vorbestrafter Mann soll für die Firma Protectas in Thun im Einsatz gewesen sein soll. Der Mann äusserte sich in der Sendung «Kassensturz» des Schweizer Fernsehens anonym und machte klar, dass er einiges auf dem Kerbholz hat. Nebst einem Stadionverbot sind dies mehrere Einträge im Strafregister, etwa wegen Diebstahls und Entführung.

Weglaufen statt eingreifen

Doch das ist offenbar nicht der Hauptgrund, weshalb die Stadt Thun den Vertrag mit der Firma nun vorzeitig auflöst: Die Stadt Thun sei mit verschiedenen Punkten der Vertragserfüllung durch die Firma Protectas nicht zufrieden gewesen, sagt der städtische Sicherheitsdirektor Peter Siegenthaler.

Die Angestellten der Firma hätten den Auftrag gehabt, in der Innenstadt für Ruhe und Ordnung zu sorgen, vor allem auch nachts. «Doch wenn die Angestellten der Firma weglaufen anstatt einzugreifen, wenn Leute im Ausgang überborden, dann erfüllen sie ihren Auftrag nicht», sagt Siegenthaler gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Insbesondere Wirte und Barbetreiber, die den Ordnungsdienst in der Innenstadt mitfinanzierten, hätten sich zunehmend an diesem Verhalten gestört.

Zu weiteren Differenzen zwischen der Stadt und der Firma kam es dann zusätzlich, weil die Sicherheitsfirma Protectas Subunternehmen beauftragte, ohne die Stadt Thun zu informieren. Die Stadt und die Sicherheitsfirma Protectas trafen sich gemäss Siegenthaler zu drei Gesprächen. «Beide Seiten waren sich einig, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht zumutbar ist», so Siegenthaler.

Hunde-Security springt ein

Der Vertrag wird nun öffentlich ausgeschrieben. Bis er vergeben ist, springt die Berner-Hunde-Security GmbH aus Noflen ein.

Die Firma Protectas nahm seinerzeit gegenüber dem «Kassensturz» schriftlich Stellung und betonte, dass sie keine Mitarbeitenden anstelle, die in Strafverfahren verwickelt oder bei denen Betreibungen hängig seien. Die Firma überprüfe alle zwei Jahre die entsprechenden Register. Allerdings gebe Protectas Bewerbern mit Strafregistereinträgen eine Chance, wenn diese Einträge die Arbeit nicht beeinträchtigten.

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