Übergangskredit soll die Bergbahnen Gstaad retten

Die Bürger der Gemeinde Saanen stimmen erneut über eine finanzielle Hilfe für die sanierungsbedürftigen Gstaader Bergbahnen ab: Am 12. Dezember legt ihnen der Gemeinderat eine Übergangslösung vor, um den Betrieb vorerst sicherzustellen.

Eine Alphütte mit Touristen.

Bildlegende: Die finanziellen Aussichten der Bergbahnen Gstaad sind schlechter als das Panorama. Keystone

Diese Zwischenlösung sieht vor, dass die Gemeinde den Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) AG ein Darlehen erlässt und zwei Jahrestranchen Subventionen überweist. Insgesamt 12,9 Millionen Franken sollen die Bürger der Gemeinde Saanen bewilligen. Die Kosten für die weiteren Projektarbeiten zur Sanierung der BDG sind in diesem Beitrag inbegriffen. Das teilte die Exekutive der Gemeinde Saanen, zu der die Ortschaft Gstaad gehört, am Donnerstag mit.

Diesem Antrag des Gemeinderats ging laut Gemeindepräsident Aldo Kropf «eine intensive Gesprächsrunde mit diversen betroffenen Partnern» voraus. Gemeint sind die Hoteliers, Gstaad-Saanenland Tourismus, Skischulen, Sportgeschäfte, der Gewerbeverein, die sogenannte Spitzhornrunde und die BDG selbst. In einer Konsultativabstimmung hiessen sie die Übergangslösung gut. An einer der nächsten Gemeindeversammlungen will dann der Gemeinderat von Saanen ein neues Restrukturierungsprogramm für die langfristige Sanierung der BDG vorlegen.

Erster Anlauf gescheitert

Am 24. Oktober hatten Saanens Bürger an einer von fast 1000 Personen besuchten ausserordentlichen Gemeindeversammlung ein umfassendes Restrukturierungsprogramm des Gemeinderats abgelehnt.

Diese sogenannte «Eignerstrategie» des Gemeinderats sah vor, dass Saanen in den nächsten Jahren im Umfang von etwa 45 Millionen Franken auf die Rückzahlung von Darlehen verzichtet respektive neue Verpflichtungen zugunsten der BDG AG eingeht. Der Gemeinderat hatte betont, bei einem Ja zur Eignerstrategie müssten die Steuern erhöht werden.

Da nun all diese Anspruchsgruppen hinter der Übergangslösung stünden, gehe er von einem Ja zum Antrag des Gemeinderats am 12. Dezember aus, sagte auf Anfrage Saanens Gemeindepräsident Aldo Kropf. Wenn ein Nein resultiere, sehe er die Zukunft der BDG AG als akut gefährdet an.