Vater und Sohn Michel bei Ypsomed: «Funktioniert reibungslos»

Ypsomed-Gründer Willy Michel ist Verwaltungsratspräsident, sein Sohn Simon Michel seit Sommer 2014 CEO. Ihre Zusammenarbeit funktioniere bestens, sagt der Sohn. Warum, erzählt er im Gespräch mit Radio SRF.

Simon Michel in seinem Büro

Bildlegende: Ypsomed-Chef Simon Michel hat Jahrgang 1977. Er arbeitet seit 2006 im Unternehmen mit, das sein Vater gegründet hatte. Elisa Häni/SRF

Schon als Kind kam Simon Michel in Kontakt mit Ypsomed: «Die Firma war jeden Abend ein Thema und wir gingen jedes Wochenende die neuen Anlagen anschauen.» Später studierte er Wirtschaft an der Uni St. Gallen. «Schon damals nahm mich mein Vater als Beirat hinzu.»

Zuerst machte Simon Michel jedoch noch einen Abstecher in die Kommunikationsbranche. «Man soll die Fehler nicht zuhause machen.» Als er in dieser Branche ins Ausland wechseln sollte, habe ihm sein Vater gesagt, jetzt wäre wohl der richtige Zeitpunkt, heimzukommen. Seit 2006 arbeitet der Sohn im Unternehmen seines Vaters mit, seit 2014 ist er CEO. Vater Willy Michel ist Verwaltungsratspräsident.

«  Was ich meinem Vater hoch anrechne, ist seine Fähigkeit loszulassen. »

Simon Michel
CEO Ypsomed

Das Duo Vater und Sohn funktioniere bei ihnen praktisch reibungslos, sagt Simon Michel. «Erstaunlicherweise haben wir in fast allen strategischen Fragen die gleiche Meinung.» Es gebe nur selten Auseinandersetzungen. Und wenn, reden die beiden miteinander: «Wir pflegen eine direkte und offene Kultur.»

Zudem sei die Aufgabenteilung klar. «Was ich meinem Vater hoch anrechne, ist seine Fähigkeit loszulassen.» Die Schlüsselübergabe habe kaum eine Viertelstunde gedauert und der Vater sei in ein anderes Büro gezügelt. «Das war eine wichtige Entscheidung von ihm, die mir den Einstand als CEO ermöglichte.»

Vater Willy Michel hatte das Medizintechnik-Unternehmen als Patron aufgebaut, der Sohn hat Wirtschaft studiert - gibt es da nicht doch Unterschiede im Führungsstil? Simon Michel sagt dazu: «Ich bin sicher noch im Wandel vom Kopfmenschen zum Bauchmenschen. Bauchentscheide kann man sich erst mit der Erfahrung leisten.»

Am Mittwoch hat Ypsomed positive Halbjahres-Zahlen präsentiert. Im Vergleich zur Vorjahresperiode ist der Umsatz um 6 Prozent gestiegen, der Gewinn gar um 50 Prozent. Und wenn der Franken nicht so stark wäre, hätte der Gewinn gar um 85 Prozent zugelegt. Hinter dem guten Ergebnis stehen auch Sparmassnahmen, allerdings keine Entlassungen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)