Vom Internet in die alte Schlosserei - «Soon» eröffnet Galerie

Die Berner Online-Kunstgalerie «Soon» hat seit Mitte Januar eigene Räumlichkeiten. Die beiden Initianten Andrej Malogajski und Fabian Schmid haben sich in einer alten Schlosserei im Lorraine-Quartier eingemietet - und wollen ein junges Publikum für Kunst begeistern.

Bild von der Galerie von aussen.

Bildlegende: Die grossen Metalltüren erinnern noch an die alte Schlosserei. SRF

Von Aussen erinnert nicht viel an eine Kunstgalerie: Die offene Metalltüre, etwas versteckt unter einem Wohnhaus, lässt eher eine Garage vermuten, die Beatles-Klänge drinnen eine Quartierbar. Letzteres ist zumindest nicht falsch; die Galerie «Soon», die bisher vor allem als Online-Galerie bekannt war, will dank einem Barbetrieb auch ein jüngeres, weniger kulturaffines Publikum zum Verweilen in der Galerie animieren.

Hinter «Soon» stehen Andrej Malogajski und Fabian Schmid. Beide arbeiten unentgeltlich, sind 26jährig und gehören damit zu den jüngeren Berner Galeristen. 

«Wir sind keine Rebellen», sagt Malogajski «aber wir wollen frischen Wind in die Berner Kunstszene bringen». Soon wurde 2008 gegründet - bisher haben sich die beiden Galeristen für Ausstellungen jeweils temporär in freie Räumlichkeiten eingemietet, oder sie waren an Kunstmessen präsent.

«Industriecharme» in der alten Schlosserei

Die Galerie zeigt vor allem zeitgenössisches Schaffen, mehrheitlich von jungen Schweizer Künstlern. Zurzeit sind die Werke von acht Künstlern aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Street-Art und Illustration zu sehen, alle 4-5 Wochen soll die Ausstellung wechseln.

Die Ausstellungsräume befinden sich in einer ehemaligen Schlosserei, «und so sah es am Anfang auch aus: dreckig und verrusst, wir haben einen Monat lang geputzt», sagt Andrej Malogajski. Dafür hätten die Räumlichkeiten trotz neuem Anstrich einen gewissen Industriecharme behalten.

« Auf dem Internet fehlt die Materialität »

Für die Initianten von «Soon» war von Anfang an klar, dass sie eines Tages eigene Räumlichkeiten möchten, um jungen Künstlern eine Plattform zu bieten. Nur auf dem Internet sei dies schwierig gewesen, sagt Andrej Malogajski: «Viele Leute haben uns geschrieben, wo sie ein Kunstwerk besichtigen können».

Dass es schwierig ist, Kunst auf dem Internet zu verkaufen, bestätigt auch SRF-Digitalredaktor Guido Berger. «Kunst muss man anfassen können, auf dem Internet fehlt diese Materialität.» Das Beispiel «Soon» zeige jedoch, dass Kunst auch auf dem Internet Interesse wecken könne.