Vorerst keine Grossfusion rund um Freiburg

Die Bevölkerung der Stadt Freiburg stimmt nächstes Jahr nicht über eine mögliche Gemeindefusion mit Villars-sur-Glâne und Marly ab. Der Gemeinderat sieht das Projekt «zum Scheitern verurteilt» und verschiebt ein mögliches Zusammengehen auf 2021.

Schneebedeckte Dächer in der Freiburger Altstadt.

Bildlegende: Frostige Beziehungen zwischen Freiburg und seinen Nachbargemeinden. ZVG

Die Zeit sei nicht reif für eine Fusion, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung, es fehle eine gemeinsame Vision in den drei betroffenen Gemeinden. Deshalb mache es auch keinen Sinn, Geld für eine Konsultativabstimmung auszugeben. Es bestehe das Risiko, dass bei einem Nein der Bevölkerung der Fusionsprozess auf Jahrzehnte hinaus blockiert wäre.

Der Entscheid kommt nicht ganz überraschend: in den letzten Monaten hat sich vor allem Villars-sur-Glâne gegen eine Fusion ausgesprochen. Gemeinde- und Generalrat befürchten bei einer Fusion eine schmerzhafte Steuererhöhung, da ihr Steuerfuss tiefer liegt als derjenige der Stadt Freiburg.

Aufgeschoben, nicht aufgehoben

Eine Fusion in Grossfreiburg sei aber nach wie vor nötig, schreibt der Gemeinderat der Stadt Freiburg weiter. Ein starkes Kantonszentrum sei unabdingbar, um nicht zwischen den Zentren Lausanne und Bern zu «verschwinden». Man arbeite deshalb ab sofort auf eine Fusion im Jahre 2021 hin.