«Walliser lieben für immer»

Anastasia Rieder stammt aus einer georgischen Grossstadt. Ihr Start im Lötschental vor 16 Jahren war alles andere als einfach.

Aufgewachsen ist Anastasia Rieder, die russische und georgische Wurzeln hat, in einer Künstlerfamilie in Tiflis. Seit sie sich als ganz junge Frau beim Skifahren auf der Lauchernalp in einen Lötschentaler verliebte, lebt sie in Wiler.

«Der Anfang war ein Schock», erinnert sich die 36-Jährige. Ihren ersten dunklen und kalten Winter in den Walliser Bergen wird sie wohl nie vergessen. Die Reaktionen der meisten Einheimischen auch nicht.

«Es können sich wohl alle vorstellen, was die hier von einer jungen Russin hielten», sagt Anastasia Rieder. Sie nahm es mit Humor und wurde im Dorf schliesslich doch noch herzlich aufgenommen.

Die Vorteile des ländlichen Zusammenhalts

Sie hat die Vorteile der Nähe hier schätzen gelernt, besonders in schwierigen Zeiten sei der Zusammenhalt schön. «Als wir mit unserer Tochter nach vielen Wochen aus dem Inselspital heimkehrten, wurden wir überhäuft mit Geschenken und guten Wünschen», erinnert sie sich.

Sie arbeitet von zu Hause aus, hat dort ihr Atelier. Als Designerin entwirft sie Frauenmode. Ihre Kollektion findet auch im Bergtal grossen Anklang. Viele einheimische Frauen haben ihre Kleider gekauft und unterstützten sie damit. «So ist das mit den Walliserinnen und Wallisern», sagt die Rieder. «Wenn sie dich einmal lieben, dann lieben sie dich für immer».

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

200 Jahre Eidgenossenschaft

Fahnen

Das Wallis gehört seit 1815 zur Eidgenossenschaft. Der Kanton feiert am Freitag, 7.8.2015, in der Kantonshauptstadt Sitten. Das «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF stellt eine Woche lang vier Walliserinnen und Walliser mit ganz verschiedenen Lebensläufen vor.