Walter Däpp: «Das Wichtigste im Journalismus ist das Zuhören»

Der Berner Journalist Walter Däpp hat nach 45 Jahren seinen Redaktorenjob an den Nagel gehängt. In seinem langen Berufsleben war er für das «Emmenthaler Blatt», für «Radio DRS» und - über 30 Jahre lang - für den «Bund» tätig. Er hatte den Blick für das Ungewöhnliche im Alltag.

Walter Däpp ist ein Urgestein des Berner Lokaljournalismus. Nach über 45 Jahren ist er im Frühling 2014 in Pension gegangen. Über 30 Jahre lang hat Walter Däpp in der Berner Tageszeitung «Der Bund» über jene Themen geschrieben, «die sonst nicht in der Zeitung stehen würden», sagt Walter Däpp. Dies sei explizit so in seinem Vertrag gestanden. Und so konnte sich Walter Däpp Zeit nehmen für aufwändige Reportagen und Porträts. «So zu arbeiten, war ein grosses Privileg», sagt Walter Däpp weiter.

Er sei oft nur mit ein paar Gedanken im Kopf zu einem Interviewpartner gefahren. Die interessanten Geschichten ergäben sich erst durch das Befragen der Menschen. «Das Wichtigste, das ein Journalist mitbringen muss, ist die Fähigkeit des Zuhörens», ist Walter Däpp überzeugt. Man müsse auch immer bereit sein, vorgefasste Meinungen zu revidieren. Die Wirklichkeit sei immer anders, habe Günter Wallraff einmal gesagt. «Und ich habe stets versucht, diesem Gedanken nachzuleben.»

Im Lauf seiner Arbeit hat Walter Däpp Hunderte von Menschen getroffen und befragt. Daraus sind zum Teil auch Freundschaften entstanden, vor allem bei Leuten, über die er mehrmals geschrieben habe. «Meine Frau hat mir öfters gesagt, ich sei mehr Sozialarbeiter als Journalist.»

Nach seiner Pensionierung schreibt Walter Däpp weiterhin Geschichten. Sie sind als «Morgengeschichten» auf SRF 1 zu hören.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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Keystone

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