Zum Inhalt springen
Inhalt

Bern Freiburg Wallis Was für eine Jugendkultur bewegt Bern?

«Tanz dich frei» war eine Krawallnacht - aber nicht nur. «Konzert Theater Bern» hat darum zum Podium über Jugendkultur geladen. Dabei gab es viel Verständnis für die Jugendlichen.

Legende: Audio Stimmen vom Podium über Jugendkultur (11.06.2013) abspielen. Laufzeit 04:38 Minuten.
04:38 min

Tränengas, zerbrochene Schaufenster und 50 Verletzte - über den Krawallteil der Jugenddemonstration «Tanz dich frei» Ende Mai in Bern ist viel diskutiert worden, aber wenig über die 10'000 friedlich tanzenden Jugendlichen und ihre Anliegen. Darum lud «Konzert Theater Bern» am Montagabend ins Stadttheater zum Podium über Jugendkultur.

Am «Tanz dich frei» habe er drei Gruppen von Jugendlichen gesehen, sagte Christian Pauli, der Vertreter der Berner Kulturveranstalter: Normalos, Secondos - wobei er sich erinnerte, dass in den Jugendbewegungen der 68er- und 80er-Jahre noch kaum Secondos dabei waren - und diejenigen, welche sich nach Mitternacht total betrinken und abstürzen würden.

Die Generation Internet ist aktiver

Für Letztere äusserte Philipp Meier - ehemaliger Leiter des Cabaret Voltaire in Zürich und Gründer der Zürcher «Party Partei» - grosses Verständnis: «Dem Leistungsdruck in dieser Gesellschaft kann man sich nur durch Komatrinken entziehen. Oder durch ein Burnout.»

Meier lobte aber auch die kreative Seite einer Jugendkultur, welche sich selbst organisiere und als tanzende Party zeige. Anders sei das Konsumverhalten der «Generation TV», welche sich gewohnt sei, in Museum, Theater und Kino etwas geliefert zu bekommen. Bei der Party hingegen werde «partyzipiert», aktiv mitgemacht.

Adrian Iten, der Präsident der Berner Bar- und Clubkommission, erinnerte daran, dass es nach den 68er- und den 80er-Bewegungen lange ruhig blieb. Seine Generation habe sich bereits gefragt, was das jetzt für eine angepasste Jugend sei, die nur noch konsumiere. Die Jugend habe halt ihre Freiräume gehabt. «Aber jetzt kommt die Kommerzialisierung des öffentlichen Raums - und jetzt stinkt es den Jugendlichen wieder, weil sie ohne Geldausgeben nicht mehr festen können.»

Wem gehört der öffentliche Raum?

Und wer darf wie und wann den öffentlichen Raum brauchen? Eine Zuhörerin des Podiums im Stadttheater Bern sagte dazu: «Wir sind eine wirtschaftlich ausgerichtete Gesellschaft und der öffentliche Raum ist ein Spiegelbild davon. Und diesem öffentlichen Raum fehlt etwas.» Da gebe es Bedürfnisse, welche derzeit einfach nicht gehört würden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von R. Baumann, Winterthur
    Liebe Redaktion Als Seconda finde ich den Sprachgebrauch hier – Trennung von Normalos und Secondos – unter jedem Hund. Bitte beachten Sie, dass ich, und alle die mir bekannten Secondos und Secondas, durch und durch normale Menschen sind. Wir arbeiten auf der Bank, im Coop, auf der Stadtverwaltung. Wir betrinken uns nicht mehr oder weniger als andere. Wir mögen Fondue und Rösti. Ich bitte Sie deshalb Ihre Synonymdatenbank zu überarbeiten, damit dieses Wort endlich die richtige Bedeutung bekommt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen