Was nützt die Weltmarke Swatch dem Kanton Bern?

Die Swatch Group SA hat ihren Hauptsitz in Biel. Von der Swatchgruppe und den vielen Tochterunternehmen profitiert der Kanton Bern. Doch der Wert der Marken wird noch zu wenig genutzt - meint ein Kritiker.

Firmengebäude mit Rado-Schriftzug und Lengnau-Ortsschild.

Bildlegende: Rado wurde in Lengnau gegründet - und hat noch heute hier ihren Hauptsitz. Thomas Pressmann/SRF

Am Dorfeingang von Lengnau am Jurasüdfuss steht das grosse und moderne Gebäude von Rado. Die Uhrenfabrik ist grösser und wuchtiger als jedes andere im Dorf: «Ohne Rado kein Lengnau», sagt der Gemeindepräsident Max Wolf.

Rado wurde 1917 von drei Lengnauer Brüder gegründet und ist mittlerweile eine Tochtergesellschaft von Swatch. Heute ist Rado in Lengnau nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber: Ein Viertel aller Steuereinnahmen von Lengnau kommt von Rado. «Hustet Rado, hat Lengnau die Grippe», meint Max Wolf.

Die verschiedenen Tochterunternehmen der Swatch zahlen am jeweiligen Standort ihrer Firmensitze Steuern: Longines in Saint-Imier, Omega in Biel, Rado eben in Lengnau. Und die Holding selber wird zum Teil in Neuenburg, zum Teil aber auch im Kanton Bern versteuert. Die Swatch Group SA ist zudem der sechstgrösste Arbeitgeber im Kanton Bern.

Potential ausgenützt?

Thomas Cottier, Professor für Europa- und Wirtschaftsvölkerrecht, bedauert, dass Bern das Potential der starken Marken nicht mehr ausnützt. «Das Understatement der Berner ist störend.» Der Kanton müsse mehr Marketing mit den Swatch-Marken betreiben.

Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher kontert: «Wir machen schon viel.» Doch auch er wünscht sich eine grosse Marketingkampagne. «Viele würden es aber kaum goutieren – weil zu teuer.»

Swatch sehr erfolgreich