Zum Inhalt springen

Bern Freiburg Wallis Weshalb reissen Asylzentren so tiefe Gräben auf?

In Schafhausen zeigt sich derzeit besonders deutlich, wie schwierig es bernische Behörden haben, neue Asylzentren zu eröffnen. Woran liegts und wie können die Behörden Gräben zuschütten? Anne-Marie Saxer von der Berner Kirche und Grossrat Reto Müller von der Asylkommission diskutieren.

Reto Müller und Anne-Marie-Saxer im Regionaljournalstudio.
Legende: Reto Müller von der Asylkommission Emmental-Oberaargau und Anne-Marie Saxer von der reformierten Berner Kirche. SRF

In Schafhausen zeigten sich Muster, die sich schon gezeigt hätten, als zum Beispiel die Italiener und die Tamilen gekommen seien, betonte Anne-Marie Saxer zu Beginn des Gesprächs: «Alles was neu ist, ist uns zuerst suspekt.» Wenn sich die Bevölkerung und die Asylsuchenden mit der Zeit kennen lernten, spiele sich das ein und die Neuen würden Teil der Gesellschaft, berichtete die Leiterin der Fachstelle Migration der reformierten Berner Kirche.

In der Regel sei es schwierig, gegen diffuse Emotionen mit Argumenten anzukommen. Deshalb organisierten viele Kirchgemeinden Begegnungen: «Es ist wichtig, die Asylsuchenden mit Leuten aus dem Dorf zu vernetzen und sich so gegenseitige Fragen zu beantworten.»

Alles was neu ist, ist uns zuerst suspekt.
Autor: Anne-Marie Saxer

Das Informationsbedürfnis der Bevölkerung sei immer grösser als die Informationsmöglichkeiten der Behörden, sagte Reto Müller zur Kritik an der Informationspolitik. Die Behörden seien immer auf verlorenem Posten, wenn sie die Eröffnung eines Asylzentrums anzukünden hätten, sagte der SP-Grossrat und Präsident der Asylkommission Emmental-Oberaargau. «Es ist unfair, dass jene kritisiert werden, die Hand zu einem solchen Zentrum bieten.» Es wäre wichtig, dass sich alle solidarisch mit ihnen zeigten.

Es ist unfair, dass jene kritisiert werden, die Hand zu einem solchen Zentrum bieten.
Autor: Reto Müller

Sie wisse auch nicht, ob die Situation in Schafhausen wirklich verfahren sei, gab Anne-Marie Saxer weiter zu bedenken: «Es ist wohl eher eine erste Aufwallung gegen das Neue.» Und Reto Müller hofft, dass der geplante Info-Anlass sachlich ablaufe und dazu diene, dass die Ängste auch offen angesprochen werden könnten: «Wir dürfen die Bevölkerung nicht im Stich lassen.»

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von m.fischbacher, nidau
    Suspekt ist, wenn eine 300 Seelen Gemeinde, um 150 Seelen erweitert wird! Wenn von 300 Einwohner, 170 Einwohner gegen dieses Zentrum sind, zeigen die 170 Einwohner ja auch eine Solidarität, aber eben in eine andere Richtung! Italiener (welche WIR kommen liessen!) und Tamilen haben sich übrigens sehr schnell und auf eine angenehme Weise in unser Landesbild eingepasst!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Warum wohl...weil man langsam aber sicher GENUG hat!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Angela Brunner, Sirnach
    Es kommen einfach zuviele. Tagtäglich hört man wieviel Leute wo wieder untergebracht werden. Wir werden überrollt. Was das dem Bürger kostet nicht auszudenken. Frau Somaruga ist auch unglaubwürdig und völlig fehl am Platz. Nun kommt es noch soweit, wenn nicht genügend Znetren vorhanden sind, sucht man Wohnungen. Dabei haben viele Mitbürger schon Mühe Wohnungen zu einen bezahlbaren Preis zu mieten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen