Westschweizer Privatspitalgruppe will Berner Luxushotels

Das Hotel Victoria Jungfrau in Interlaken und das Hotel Bellevue in Bern sollen unter die Haube: Eine reiche Privatspitalgruppe aus der Westschweiz will die 5-Stern-Hotels übernehmen. Das Kaufangebot gilt.

Das Luxushotel Victoria Jungfrau in Interlaken

Bildlegende: Das Luxushotel Victoria Jungfrau in Interlaken: Wird es in die Westschweiz verkauft? Keystone

Vor einem knappen Monat hat die Genolier-Gruppe den Aktionären der Victoria Jungfrau Collection ein Kaufangebot gemacht. Dieses läuft noch bis Ende Jahr. Bis jetzt zeichnet sich kein Widerstand ab.

Die Westschweizer Privatspitalgruppe Genolier hat in den letzten Jahren ein Spital nach dem andern aufgekauft. Zuerst um den Genfersee, dann in Freiburg, Zürich und auch im Tessin. Nun will sich Genolier mit Luxushotels ein zweites Standbein aufbauen - und hat es als Erstes auf die Victoria Jungfrau Collection abgesehen. Zu dieser Gruppe gehören nebst dem Bellevue Palace in Bern und dem Victoria Jungfrau in Interlaken auch das Eden au Lac in Zürich und das Palace Luzern, alles 5-Stern-Hotels.

Platz für ganze «Karawanen»

Die Luxushotellerie wäre für Genolier eine Ergänzung: In ihren Privatspitälern lässt sich gutbetuchte Kundschaft aus dem Ausland behandeln. Und manche kommen mit einer Entourage von 80 oder mehr Personen. «Die ganz grossen Karawanen kommen aus dem mittleren Osten», sagt Genolier-Mediensprecher Edwin van der Geest gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Das sei eine Herausforderung für die Privatspitäler: «Wenn jemand operiert wird und sie gleich die ganze Etage mieten, um die Familie unterzubringen.» Da sei es praktisch, wenn die Spitäler eine enge Verbindung zu Luxushotels hätten.

«Keine Hotels in Spitäler umwandeln»

Aber die Synergien seien nicht das Hauptargument für das Kaufangebot an die Victoria Jungfrau Collection, sagt Aevis-Sprecher Edwin van der Geest. Die Aevis Holding wolle mit dem Kauf der Victoria Jungfrau Collection in einem neuen Markt Fuss fassen, der weniger reguliert sei als die Gesundheitsbranche, aber dennoch eine gewisse Verwandtschaft zum angestammten Geschäft mit den Privatkliniken habe. Und eines möchte Edwin van der Geest auch betont haben: «Wir wollen ganz bestimmt nicht Hotels in Kliniken umwandeln.»