«Wettbewerbe liegen uns sehr»

Das Berner Architektur-Duo Marco Graber und Thomas Pulver hat schon viele Wettbewerbe gewonnen - darunter jener für die Energiezentrale Forsthaus in Bern oder das ethnografische Museum in Genf. Seit 25 Jahren arbeiten die beiden zusammen, aber der Anfang war schwer.

Marco Graber und Thomas Pulver haben sich im Studium kennengelernt. Liebe auf den ersten Blick war es nicht. «Ich habe von Thomas ein Zimmer in einer WG übernommen. Er war schon ein Jahr länger im Studium und das spürte man auch», sagt Marco Graber lachend. Nie hätten sie damals gedacht, dass sie einmal zusammen ein Architekturbüro gründen und 25 Jahre zusammenarbeiten würden.

Graber Pulver Architekten nehmen vorwiegend an Wettbewerben teil - und das erfolgreich. Sie bauten unter anderem die Berufssschule Freiburg, das ethnografische Museum in Genf, die Energiezentrale Forsthaus in Bern oder auch den Erweiterungsbau der GIBB Viktoria in Bern. Für die Energiezentrale haben die beiden mehrere Preise bekommen.

«  Wir mögen es, zuerst ein paar Monate wie in einen Vakuum zu arbeiten »

Marco Graber

Die Teilnahme an Wettbewerben ermögliche es ihnen, eine vielfältige Palette an Projekten zu realisieren, sagt Marco Graber im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis». «Diese Art Arbeit liegt uns und es mischt sich auch nicht schon nach zehn Tagen wieder jemand ein.» Die meisten Wettbewerbe verliere man allerdings, ergänzt Thomas Pulver, «das gehört dazu und man muss trotzdem eine gewisse Lockerheit behalten.»

Gesellschaftspolitischer Aspekt der Architektur ist wichtig

Marco Graber und Thomas Pulver bauen keine Einfamilienhäuser. Für Thomas Pulver ist dies keine Option, weil er das Einfamilienhaus als starre Wohnform empfindet. «Es ist nicht das Wohnen der Zukunft, das Einfamilienhaus ist das ressourcenintensivste Wohnvehikel.»

Noch immer würden in der Schweiz pro Jahr 10' 000 Einfamilienhäuser gebaut. Laut Marco Graber und Thomas Pulver haben Architekten auch die Aufgabe, sich zu überlegen, wie die Schweiz wachsen soll. Verdichten sei zwar gut, aber die Qualität der Verdichtung wichtiger. «Ich finde, Architekten haben durchaus eine gesellschaftspolitische Aufgabe», sagt Marco Graber.

Intensive, aber sehr lustvolle Arbeit

Der «Homo architektonicus» sei ein spezieller Typ, sagt Thomas Pulver. Er beschäftige sich den ganzen Tag über mit seinem Beruf, «der Beruf ist der eigentliche Mittelpunkt im Leben». Das wüssten auch seine Frau und die beiden Kinder. Die Partnerinnen von Thomas Pulver und Marco Graber sind beide auch Architektinnen. Aber die hohe Selbstständigkeit und das gute Umfeld für Architekten in der Schweiz - auch finanziell - sei wunderbar. «Wenn wir daraus nicht Lust ableiten können, machen wir etwas falsch.»