Wilderswil: Alle wissen, wer es ist – aber niemand darf es sagen

Mehr als zehn Stunden nach der Schiesserei in Wilderwil mit 3 Toten am frühen Montagmorgen wissen alle im Dorf, welche Familie betroffen ist. Aber offiziell bleibt die Identität von Täter und Opfern im Dunkeln – bis die Gerichtsmedizin ihre Arbeit abgeschlossen hat.

Blick auf den Tatort in Wilderswil.

Bildlegende: Spurensicherung am Tatort in Wilderswil. Keystone

Am frühen Montagmorgen erschoss ein Mann in Wilderswil eine Frau und einen Mann vor deren Wohnhaus. In der Gemeinde bei Interlaken weiss jeder, welche Familie das Opfer dieses Beziehungsdelikts wurde. Aber offiziell sind die Identitäten von Täter und Opfern noch nicht bekannt.

Wieso geht das so lange, wenn doch jeder Nachbar sofort Klarheit schaffen kann? «Wir können nicht einfach die Nachbarn befragen. Die ganze Spurensicherung muss sehr gründlich gemacht werden und das braucht Zeit. Und die Identität muss die Gerichtsmedizin offiziell abklären. Zusammen mit allen anderen Ermittlungsarbeiten und Befragungen kann das Tage und Wochen dauern», erklärt Christoph Gnägi, Sprecher der Kantonspolizei Bern.

Die Gemeindebehörden halten sich an die Verfahren

Marianne Lehmann, die Gemeindepräsidentin von Wilderswil, hält sich an diese Regeln. «Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei. Und wir respektieren die Verfahren, weil es schade wäre, wenn jemand etwas Falsches sagen würde.» Und weiter: «Wir versuchen, zueinander zu schauen.»

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