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Wolf-Schütze stellt sich «Es gibt viele positive Reaktionen»

Legende: Audio Peter Gschwendtner zu den Reaktionen auf sein Verhalten abspielen. Laufzeit 6:43 Minuten.
6:43 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 09.02.2018.

Mitten in der Nacht hat der Walliser Jäger und Hotelbesitzer Peter Gschwendtner einen Wolf erschossen. Eine Verwechslung, wie er nach dem Vorfall vor einer Woche sagte. Er zeigte sich selber an. Der Fall ist nun bei der Staatsanwaltschaft. Diese Woche ging er via Medien an die Öffentlichkeit und sagte: «Ich habe einen Fehler begangen.»

SRF: Weshalb haben Sie den Weg via Öffentlichkeit gewählt?

Peter Gschwendtner: Ich wollte verhindern, dass falsche Leute verdächtig werden. Ich wollte nicht, dass man mit den Fingern auf meine Kollegen zeigt und behauptet, sie seien es gewesen. Ich hatte nach dem Vorfall von letzter Woche schlaflose Nächte. Ich will damit zeigen, dass es sich um meinen eigenen, persönlichen Fehler handelt. Die Jagd im Wallis soll so nicht in ein schlechtes Licht gerückt werden.

Peter Gschwendtner

Peter Gschwendtner

Der 56-Jährige kommt aus dem Tirol, lebt aber schon 30 Jahre im Wallis und ist auch mit einer Walliserin verheiratet. Der Jäger besitzt in Blitzingen ein Hotel und steht regelmässig selber in der Küche, für die er 16 Gault Millau Punkte erhalten hat. Der Bergsteiger war auch schon auf dem Mount Everest.

Im Internet, insbesondere in den sozialen Medien, gibt es viele Reaktionen. Zudem melden sich etliche Personen direkt bei Ihnen. Wie reagieren die Leute?

Ich bin sehr überrascht. Ob Wolfsbefürworter oder Wolfsgegner: Die allermeisten Leute reagieren positiv und finden es gut, dass ich mich selber angezeigt habe und jetzt auch an die Öffentlichkeit gegangen bin.

Die Leute schätzen offenbar, dass ich für meine Tat geradestehen will.

Ich bin sehr froh darüber. Die Leute schätzen offenbar, dass ich für meine Tat geradestehen will.

Sie jagen seit 14 Jahren regelmässig. Wie kann es sein, dass ein erfahrener Jäger wie Sie einen Wolf mit einem Fuchs verwechselt?

Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas passieren kann. Ich sagte früher immer: Einen Wolf kann man nicht mit einem Fuchs verwechseln. Die Tiere sind sehr unterschiedlich, schon nur von der Grösse her. Aber in diesem Moment hatte ich das Tier falsch eingeschätzt. Es war Nacht und der Wolf in Bewegung.

Das Gespräch führte Thomas Pressmann

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    Ich würd mal vorschlagen, Wölfe in der Stadt Zürich, Bern oder Basel anzusiedeln, in den Stadtparks. Das Theater geht auf die Nerven. Wir haben der Natur längst den Platz weggenommen, und tun dann so heuchlerisch. Bergdörfer und -regionen sind keine Naturreservate für städtische Naturfreaks und Möchtegern-Oekos. Wer mit Wölfen und Bären leben will, sol sich doch welche als Haustiere zulegen.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Da ist nicht nur das Opfer, sondern auch der "Taeter", ein Opfer des Systems. Frueher wurden gar Schlachten fast nur bei Tageslicht ausgefochten. Nachtjagden im Frieden - nicht nur fuer Wildhueter in Erfuellung einer Berufspflicht, sondern gar auch fuer Amateure - sind hoeherer Bloedsinn und wegen der fehlenden Sicht nicht nur fuer geschuetzte Tiere, sondern auch Menschen lebensgefaehrlich. Aber was die Politik einmal bewilligt hat, nimmt sie auch dann nicht zurueck, wenn sich die Opfer heufen!
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die Selbstanzeige braucht kein Loblied. Peter Gschwendtner sollte mal zu einem Augenarzt gehen. Die Ironie ist doch, dass ein erfahrener Jäger wie er sagt, Wolf und Fuchs nicht auseinander halten kann. Aber im Wallis ist jeder Wolf unbeliebt und die dazugehörenden Ausreden nach einem Schuss auf den Wolf immer parat. Die Strafen und Bussen müssen hoch angesetzt werden für jeden Wolfstöter.
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    1. Antwort von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
      Also ehrlich gesagt, ich persönlich finds schlimmer, wenn Füchse geschossen werden... dann doch lieber Wölfe... so fühl ich mich sicherer... ;-)
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