Zustimmung zum Thorberg-Expertenbericht

Die Expertise von Benjamin Brägger zu den Zuständen und Verantwortlichkeiten auf dem Thorberg und zur Wahl des abgesetzten Direktors der Strafanstalt scheint die Politik zu überzeugen. Für die Geschäftsprüfungskommission des bernischen Grossen Rates ist er eine Grundlage, um nun sofort aufzuräumen.

Alt-Nationalrat Hermann Weyeneth stellt dem Brägger-Bericht ein gutes Zeugnis aus.

Bildlegende: Alt-Nationalrat Hermann Weyeneth stellt dem Brägger-Bericht ein gutes Zeugnis aus. Keystone

«Der Bericht sagt genau und transparent, wo die Probleme und Verantwortlichkeiten liegen» resümiert Fritz Ruchti, Vizepräsident der Geschäftsprüfungskommission des bernischen Kantonsparlaments. «Jetzt muss man einfach reagieren und die vorgeschlagenen Reformen konsequent durchführen». Ob eine Konsequenz sei, das Personal im Strafvollzug aufzustocken, sei noch offen. Die Kommission werde Polizeidirektor Hans-Jürg Käser dabei «begleiten».

Auch alt Nationalrat Hermann Weyeneth, der die Affäre Thorberg mit einer Intervention beim zuständigen Regierungsrat ins Rollen gebracht hatte, ist mit Form und Inhalt der Brägger-Expertise einverstanden. Allerdings bleibt er bei seinem Vorwurf, bei der Wahl des abgesetzten Thorberg-Direktors sei Protektion im Spiel gewesen und dafür habe der Polizeidirektor letztlich die politische Verantwortung zu tragen.

Ruchti wie Weyeneth billigen dem Experten Benjamin Brägger zu, seine Unabhängigkeit von der bernischen Verwaltung unter Beweis gestellt zu haben.