Asylzentrum Waldau: Schliessung gefordert

Das Bündner Asyl-Minimalzentrum in Landquart soll nach einem Tötungsdelikt geschlossen werden. Das fordert der Verein «Fokus Asyl Graubünden». Für den Kanton wären Bundeszentren für renitente Asylsuchende denkbare Alternativen für das Zentrum.

Container des Asyl-Minimalzentrums Waldau in Landquart.

Bildlegende: Container des Asyl-Minimalzentrums Waldau in Landquart. Keystone

Im Asyl-Minimalzentrum Waldau werden abgewiesene Asylbewerber untergebracht, die wegen ihres Verhaltens in anderen Zentren als nicht tragbar gelten. In den letzten Jahren eskalierte in Waldau wiederholt die Gewalt, es kam zu Messerstechereien, und es brannte. Im März wurde ein Asylsuchender getötet. Seither steht das Zentrum leer.

Der Verein «Fokus Asyl» verlangt nun erstmals explizit, die Barackensiedlung sei endgültig zu liquidieren. In seinem publizierten vierten Bericht zur Situation der Asylsuchenden im Bergkanton spricht der Verein von einem «gewaltfördernden System», das in Waldau angewendet werde.

«Fokus Asyl» wird nach eigenen Angaben getragen von einem kleinen Trägerverein mit fünf Mitgliedern rund um den Präsidenten der Bündner Beratungsstelle für Asylsuchende, Gustav Ott. Mit dabei seien Vertreter von Amnesty International, vom Verein Miteinander Valzeina und weitere Mitarbeiter der Beratungsstelle, erklärte Ott auf Anfrage.

Nationale Lösung als Alternative

Der Kanton sei auf das Minimalzentrum angewiesen, sagte der Leiter des Amtes für Migration, Marcel Suter. Es gehe darum, Asylsuchende und Angestellte in Kollektivzentren vor Gewalt zu schützen und dort einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.

Eine Schliessung des Minimalzentrums ist für Suter dennoch denkbar. Voraussetzung dafür wäre eine gesamtschweizerische Lösung für renitente Asylbewerber, wie sie aktuell diskutiert werde.