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Graubünden Bündner Fleischhändler deklariert Fleisch falsch

Der Landquarter Fleischhändler Carna Grischa räumt nach einem Artikel im «Sonntags-Blick» ein, einzelne Fleischlieferungen falsch deklariert zu haben. Die Vorkommnisse seien aber Einzelfälle und würden zum Teil «einige Jahre zurückliegen».

Legende: Video Fleisch-Skandal abspielen. Laufzeit 1:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.11.2014.

«Carna Grischa» liefert Fleisch an Hotels, Restaurants, Kantinen und Altersheime. Beim Unternehmen arbeiten rund 60 Angestellte.

Laut «Sonntagsblick» hat die Firma in den letzten Jahren Kunden getäuscht: Pferd statt Rind geliefert, ungarisches Poulet als schweizerisches ausgegeben, aufgetautes statt frisches Fleisch geliefert.

In einer Mitteilung vom Sonntag, räumt «Carna Grischa» ein, ein Teil der Vorwürfe «treffe leider zu». Die meisten Vorkommnisse würden einige Jahre zurückliegen. Einzelheiten nennt die Firma nicht. Die Verantwortung liege bei der früheren Geschäftsleitung, heisst es in der Mitteilung weiter. Mitte 2013 sei ein neuer Geschäftsleiter eingestellt worden.

Aufgrund interner Recherchen seien in der vergangenen Woche zwei Mitarbeiter entlassen worden.

Untersuchung eingeleitet

Der Pressebericht hat das Bündner Amt für Lebensmittelsicherheit aufgeschreckt. Der Betrieb sei regelmässig kontrolliert worden, sagt Amtsleiter Rolf Hanimann, ohne dass er aufgefallen wäre: «Wir hatten keine Hinweise, die genauere Abklärungen nötig gemacht hätten».

Aufgrund des Medienberichts werde man aber eine Inspektion vornehmen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, würde eine strafrechtliche Anzeige eingereicht.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Der Skandal beim Fleischhändler Carna Grischa beschäftigt auch die Bündner Staatsanwaltschaft. Wie deren Sprecher Claudio Riedi bekannt gab, ist bei ihr vorletzte Woche eine anonyme Anzeige eingegangen. In Zusammenarbeit mit der Polizei werde nun untersucht, ob ein oder mehrere Straftatbestände vorliegen.

19 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller, 9443 Widnau
    ....vor allem für einen "tiergerechten" Fleischkonsum !
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  • Kommentar von Mathias Reier, München
    Inzwischen ist ja die schweizer Geisteshaltung -Anspruchsdenken vs. Handeln- im EU-Ausland bekannt. Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, deklariert man in der Schweiz Lebensmittel um damit die Schweizer den Anschein von Qualität wahren können. Die Ausländer kaufen ja eh im Ausland ein, denn den Ausländern ist bewusst was Qualität ist (Maggi, Knorr und Nestlé ist ja bei Ihnen in der Schweiz sehr beliebt). Der Begriff "Räpplispalter" kommt nicht von ungefähr.
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  • Kommentar von F. Muster, Zürich
    Das Hauptproblem von uns heisst: "Geiz ist geil". Dieser Virus kommt aus dem "Billiglohn-Land Deutschland" und hat sich in vielen Ländern in Europa ausgebreitet. Somit sind viele Unternehmen aus verschiedenen Branche gezwungen, billig zu produzieren, weil sonst die mit dem "Geiz ist geil"-Virus infizierten Leute woanders oder sogar im Ausland einkaufen. Wir sollten uns besinnen und vielleicht ein paar Franken mehr für gute Qualität zahlen.
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