Bundesgericht stoppt Wasserkraftprojekt im Lugnez

Dem Entscheid ging ein mehrjähriger Rechtsstreit voraus. Vier Umwelt- und Naturschutzverbände hatten kritisiert, dass in den betroffenen Flüssen Glenner und Vorderrhein bereits heute zuwenig Wasser fliesse. Das Bundesgericht gab den Organisationen in wesentlichen Punkten recht.

Die Bündner Regierung muss nun erneut über die Konzession für das Projekt «Überleitung Lugnez» entscheiden. In seinem über 40-seitigen Urteil führt das Bundesgericht aus, dass den Belangen der Natur zuwenig Rechnung getragen worden sei.

Wichtige Auengebiete des Glenners seien durch das Kraftwerkprojekt gefährdet. Die Restwassermengen müssen laut Bundesgericht so festgelegt werden, «dass die Glennerauen von nationaler Bedeutung und deren Lebensgemeinschaften ungeschmälert erhalten werden».

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Bildlegende: An fünf Stellen soll Wasser gefasst und durch einen Stollen (orange) in den Stausee Zervreila geleitet werden. Screenshot Website Kraftwerke Zervreila

Im Urteil geht es um weitere Punkte, wobei das Bundesgericht festhält, dass die Beschwerdeführer «im Wesentlichen» obsiegen. Beschwerde geführt hatten die Schweizerische Greina-Stiftung, WWF, Pro Natura und der Schweizerische Fischerei-Verband.

Die Konzession für das Projekt muss nun neu von der Regierung genehmigt werden. Das Projekt «Überleitung Lugnez» sieht mehrere Wasserfassungen im Lugnez vor, wobei das Wasser durch Stollen hinüber in den Zervreila-Stausee transportiert werden soll. Die Kraftwerke Zervreila gingen bisher von Kosten von 120 Millionen und 15 Prozent mehr Stromproduktion aus.

SRF1, Regionaljournal Graubünden und Ostschweiz, 12:03 Uhr; habs