Churer Bischof kann strafrechtlich verfolgt werden

Eine Organisation und eine Privatperson haben den Churer Bischof angezeigt. Dieser geniesst, im Gegensatz zu Politikern und Diplomaten, keine Immunität.

Der Churer Bischof während einer Messe.

Bildlegende: Vitus Huonder droht ein Strafverfahren. Keystone

Die Schwulenorganisation Pink Cross und eine Privatperson aus dem Kanton St. Gallen haben den Churer Bischof Vitus Huonder wegen seinen Aussagen in einem Vortrag angezeigt.

Der Bischof zitierte in diesem Vortrag vor rund zehn Tagen Bibelstellen, wonach Homosexuelle mit dem Tode bestraft werden müssten.

Wie der ehemalige Bundesgerichtspräsident Giusep Nay auf Anfrage sagt, gilt für Geistliche keine Immunität: «Priester geniessen zwar ein Zeugnisverweigerungsrecht. Dieses gilt aber nur für Zeugenaussagen und nicht, wenn ein Geistlicher selbst angeklagt wird.»