Dem Mythos Jenatsch auf der Spur

Das Rätische Museum in Chur befasst sich in einer Sonderausstellung mit Jörg Jenatsch. Die Ausstellung nähert sich der Figur auf drei verschiedene Weisen an, zeichnet aber in erster Linie ein nüchternes Bild von Jenatsch.

«Ich bin sicher, das war nur ein Schelm, und ich habe eine Persönlichkeit aus ihm gemacht», dieses Zitat von Conrad Ferdinand Meyer sagt bereits viel über den Mythos Jörg Jenatsch aus. Das Buch wurde zur Vorlage für all die Legenden, die sich um Jenatsch ranken.

In Wahrheit war Jenatsch nur einer von vielen Beteiligten in den Bündner Wirren. Und doch, der Mythos bleibt. Andrea Kauer, die Direktorin des Rätischen Museums in Chur sagt sogar: «Ohne Meyer würden die meisten Jenatsch wohl gar nicht kennen.»

Ohne Meyer kein Jenatsch?

Und ohne Meyer wäre auch das Grab des Jörg Jenatsch nie exhumiert worden. Die Sonderausstellung befasst sich zu einem grossen Teil mit den beiden Ausgrabungen und deren Ergebnissen. Neben dem archäologischen und dem künstlerischen Teil zeigt das Museum aber auch Jenatsch aus Sicht der Historiker.

Es sind drei verschiedene Annäherungen an Jenatsch, die am Schluss auf ein Fazit hinausführen: Jenatsch war trotz allem eine faszinierende Perösnlichkeit. Nicht zuletzt auch dank all der Legenden.