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Graubünden Der Bär ist eine Herausforderung für Graubünden

Das Puschlav hatte Pech und wurde vom Bären überrascht, so Regierungsrat Mario Cavigelli. Die Region hätte sich nicht gross auf M13 vorbereiten können. Für Bund und Kanton ist klar, der Bär war ein zu grosses Risiko und der Abschuss der letzte Ausweg.

Regierungsrat Mario Cavigelli informiert über den Abschuss von M13
Legende: Der Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli informiert am Mittwoch über den Abschuss des Bären M13. Keystone

Es sei eine Herausforderung für ein dichtbesiedeltes Gebiet wie Graubünden dem Bären einen Lebensraum zu bieten. Dazu brauche es Vorkehrungen der Behörden, der Institutionen und der Bevölkerung, so Cavigelli gegenüber der Sendung «Regionaljournal Graubünden». Nicht zuletzt brauche es da eine verstärkte Zusammenarbeit mit Italien.

Die Bedingungen für den Braunbären M13 waren laut Cavigelli im Puschlav besonders günstig, beispielsweise gab es viele einzelne Schafherden auf den Alpen, welche dem Bären als Nahrung dienten.

Der Kanton Graubünden wie auch der Bund sind überzeugt, genügend präventive Massnahmen unternommen zu haben. Der fehlende Respekt des Bären habe letztlich nur den Abschuss als Option gelassen.

Im Puschlav selbst herrscht zwar eine gewisse Erleichterung darüber, dass M13 nun keine Gefahr mehr darstellt. Die Rückmeldungen seien aber unterschiedlich, sagt Gemeindepräsident Alessandro Della Vedova auf Anfrage. Er hätte es lieber gesehen, wenn M13 verlegt und nicht geschossen worden wäre.

Für Della Vedova ist klar: das Bärenkonzept ist ungenügend. Er sieht sich nun in seiner Kritik bestätigt.

Ich habe immer gesagt, dass das Bärenkonzept zu stur ist. Dort gibt es nur schwarz und weiss.

Eine Zwischenlösung sei mit dem aktuellen Konzept nicht möglich. Doch genau dies müsste das Ziel sein, so Della Vedova. Nun müsse man aber vorwärts schauen und dafür sorgen, dass sich ein Abschuss nicht wiederholt.

Vorwürfe, das Puschlav habe sich nicht genügend auf den Bären vorbereitet, weist Della Vedova zurück. Auf einem solch grossen Gebiet könne man nie vorbereitet sein. «Das Tal ist 270 Quadratmeter gross. Wie kann man davon ausgehen, dies von heute auf morgen bärensicher zu machen?»

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5 Kommentare

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  • Kommentar von P. Engler, Saas
    Der Bär hält uns den Spiegel vor. Er ist nicht das Problem sondern wir Menschen. Autofahrer werfen Sackweise Kehricht zum Fenster hinaus. Viele Wildtiere werden überfahren. Es gibt keinen km2 in welchem nicht Menschen zu finden sind und Ihre Spuren hinterlassen. Für viele Pseudonaturfans ist jdeoch das ganze Naturschutzgewissen ein schweizer Bär, weil sie den Bezug zum Ganzen verloren haben. Der Entscheid für den Abschuss war richtig. Wir haben genug andere Probleme zu lösen.
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    1. Antwort von Johnny Feierabend, Bern
      Ja, das ist (leider) genau so. Romantik hilft hier wirklich nicht weiter. Und all jenen, die gegen den Abschuss sind, sei empfohlen sich vorzustellen, welches Gefühl sie wohl entwickeln, wenn ein wilder Bär vor ihrer Haustüre lauert.
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  • Kommentar von S. Keel, Ittigen
    Das Engadin beeindruckte mich dadurch, wie es mit der Natur umgeht. Die Tötung des jungen Braunbären entsetzt mich. Er hätte umgesiedelt werden können. Wir müssen den Umgang mit den Bären lernen. Entweder schützen wir uns mit verschiedenen Massnahmen, oder der Nationalpark wird vergrössert und umzäunt, damit die Bären dort ohne Gefahr für uns leben können. Was die Poschiaviner Jäger geboten haben, ist eine Katastrophe! Dieses Jahr werde ich meine Ferien deshalb kaum im Engadin verbr...
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  • Kommentar von Anna-Maria, Lugano
    Die Natur gehört dem Tier, und nicht den Mördern. Und jetzt erst recht: Olympia, nein.
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    1. Antwort von franz schleiniger, montecatini/italien
      1.Der Mensch teilt sich die Natur mit den Tieren. 2.Ein Tier kann man nicht ermorden, sondern nur töten.(ein Mensch wird ermordet) 3. Olympia hat mit dem Bärendrama nichts zu tun. Ansonsten bin ich auf Ihrer Seite und verurteile das Verhalten der Behörde und des WWF aufs schärfste. Der Kt. Graubünden ist stark von Jägerlobbysten beherrscht und das kann für die Natur nicht gut sein. Uebrigens, die Olympiade auch nicht!
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