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Graubünden Graubünden und St. Gallen wollen zwei Wölfe abschiessen

Gefährliche Situationen habe es bisher keine gegeben. Das Wolfsrudel im Calandagebiet sei den Menschen jedoch öfters zu nahe gekommen. Damit die Wölfe ihre Scheu vor dem Menschen wieder zurückerlangten, wollen die Kantone Graubünden und St. Gallen eine Abschlussbewilligung für zwei Tiere.

Legende: Video «Wolfsabschüsse beantragt» abspielen. Laufzeit 3:36 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 30.11.2015.

In den vergangenen Monaten seien einzelne oder mehrere Wölfe bis an Stalltore, Freilaufgehege oder Gebäude vorgedrungen und liessen sich nur widerwillig vertreiben, teilen die beiden Kantone Graubünden und St. Gallen mit. Das Rudelverhalten wurde als problematisch eingestuft. Die beiden Kantone beantragen deshalb beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) eine Abschussbewilligung.

Die Abschüsse zielen darauf ab, eine Verhaltensänderung zu erwirken. Die Kantone wollen die Wölfe damit scheuer machen und so ein Zusammenleben mit den Grossraubtieren möglich machen.

Der geplante Abschuss von zwei Tieren habe nichts mit Rissen von Nutztieren zu tun, erklärte der Leiter des Amts für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen, Dominik Thiel. Die Calanda-Wölfe haben in diesem Jahr sieben Ziegen und ein Kalb gerissen. Das sind gemäss den Vorschriften des Bundes nicht genug Risse, um einen Abschuss zu begründen.

Als Abschussgrund kann jedoch auch die Nähe zu Siedlungsgebieten gelten. Mit der Revision der eidgenössischen Jagdverordnung hat der Bund im Sommer 2015 die rechtlichen Grundlagen dafür geschaffen.

Kritik von Pro Natura und WWF

Nicht einverstanden mit dem möglichen Abschuss zweier Wölfe sind die Umweltorganisationen. Mirjam Ballmer, Projektleiterin Naturschutzpolitik bei Pro Natura, sagt auf Anfrage, es sei unklar, ob die Massnahmen überhaupt greifen würden.

«Wir wissen nicht, ob die Tiere die Siedlungen danach wirklich meiden. Sollte es zum Abschuss kommen, muss genau protokolliert werden, wie das Rudel reagiert.» Das soll zeigen, ob sich Abschüsse wirklich als Vergrämungsmassnahmen eignen.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Sybille Brini (Sybille)
    Weiss man aus anderen Fällen, dass Abschiessen sich als Vergrämungsmassnahme eignet? Erstaunlich, wie schnell sich der Ruf nach nach Abschiessen erhebt, kaum hat jemand einen Wolf gesichtet. Einige scheinen richtig wild darauf, endlich zum Schuss zu kommen! Würde man die Leute in gefährdeten Gebieten nicht besser mit Schreckschusspistolen ausrüsten statt die anderen Wölfe durch tote Artgenossen abschrecken zu wollen? Wie soll das gehen? Will man das tote Tier als Vogelscheuche aufstellen?
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  • Kommentar von Christoph Heierli (help)
    Es sind immer die gleichen Kreise die gegen den Wolf Sturm laufen. Jäger und Schaf -Bauern. Sie erwähnen jedoch nicht, dass es am Calanda nach dem Eintreffen des Wolfes keine brutale Nach Jagd mehr braucht. Die einen werden über alle Masse subventioniert und die anderen können den Gedanken "Weniger Beute" nicht ertragen. Sie sollten wenigstens dazu stehen, dann wäre das Verständnis für sie plötzlich besser. In 1 Jahr sieben Ziegen, pro Monat also gut eine halbe Ziege. Wahnsinn.....
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  • Kommentar von Bruno Wenk (BWe)
    Wenn Sie mit Ihren Kindern oder Enkeln am Calanda wandern und Ihnen kommt ein Rudel Wölfe entgegen, würden Sie sie dann streicheln?
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    1. Antwort von Sybille Brini (Sybille)
      Herr Wenk, ist das schon passiert? Ist es nicht eher so, dass die Wölfe sich aus dem Staub machen würden, lange bevor wir mit unseren Kindern und Enkeln auftauchen?
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    2. Antwort von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
      In welcher Welt leben Sie? In jener von "Peter und der Wolf", oder gar in jener von "Rotkäppchen"? Also mal ernsthaft: Sie werden wohl so wenig jemals beim Wandern einen Wolf zu Gesicht bekommen, wie Sie einen Gewinn beim Lotto bekommen ...
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    3. Antwort von Bruno Wenk (BWe)
      Nein, passiert ist es zum Glück noch nicht. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen von Wölfen angegriffen werden ist sehr, sehr gering. Das zeigt auch die Studie "The fear of wolves: http://www.nina.no/archive/nina/PppBasePdf/oppdragsmelding/731.pdf. Trotzdem schlagen die AutorInnen Massnahmen vor, z.B. "Keep wolves wild. Any wolves that appear to loose their fear for humans or act in an aggressive manner should be removed from the population." Ich denke, darum geht es bei dieser Diskussion.
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