Graubünden will Flüchtlinge in Zivilschutzanlagen unterbringen

Laufend kommen neue Flüchtlinge aus Kriegsgebieten wie Syrien und Eritrea. Der Kanton Graubünden hat Platzprobleme in den Asylzentren. Nun sollen Flüchtlinge vorübergehend auch in Zivilschutzanlagen untergebracht werden. Eine ungewöhnliche Massnahme.

Blick in Anlage mit Hochbetten

Bildlegende: Der Kanton Graubünden prüft Zivilschutzanlagen als temporäre Asylunterkünfte (Symbolbild). Keystone

Bei den Leuten, die jetzt einreisen, handle es sich meist um Kriegsflüchtlinge, sagt Marcel Suter, Chef des Bündner Migrationsamtes. Diese würden wohl aufgenommen und hätten deshalb eine lange Aufenthaltsdauer.

Da laufend neue Flüchtlinge kämen, habe man grosse Platzprobleme in den Zentren. Deshalb sei nun geplant, übergangsmässig auch Asylsuchende in Zivilschutzanlagen unterzubringen, so Suter. Ab September könnte es soweit sein.

Diese Massnahme wurde zuletzt während des Jugoslavienkonfliktes getroffen. Gemäss Suter waren damals rund doppelt soviele Asylbewerber im Kanton. Diese hätten jedoch eine kürzere Aufenthaltsdauer gehabt.

Um neue Plätze zu schaffen, werden auch Flüchtlinge vom Ausreisezentrum Flüeli in Valzeina ins umstrittene Minimalzentrum in Landquart verlegt. Ausserdem wird ein neuer Standort für ein Asylzentrum gesucht.