Jäger: «Speziallehrplan für Bündner Wirtschaftsfragen geht nicht»

Eine obligatorische Ski- und Tourismuswoche für alle Bündner Schülerinnen und Schüler, diese Idee lancierte Marcel Friberg gestern. Der zuständige Regierungsrat Martin Jäger reagiert verhalten auf den Vorschlag. Die Gemeinden müssten selbst über eine solche Woche entscheiden.

Martin Jäger

Bildlegende: SP-Regierungsrat Martin Jäger hält nicht viel von der Idee. Keystone

«Im Kanton Graubünden sollen alle Schulen, vom Kindergarten bis zur Fachhochschule, jährlich eine Skiwoche abhalten müssen», sagt Marcel Friberg, Präsident von Graubünden Ferien. Diese Idee lancierte er anlässlich des Apéros der Bündner Tourismusbranche.

Werden die Schülerinnen und Schüler an den Skisport herangeführt, so könne man ihnen auch vermitteln, wie wichtig der Tourismus für den Kanton sei, so Friberg weiter.

Auch Martin Jäger der Bündner Erziehungsdirektor hörte ihm zu. Früher als er noch Primarlehrer gewesen sei, habe er mit seinen Schülern regelmässig Skiwochen abgehalten, sagt er. «Heute ist die Situation aber eine andere», bilanziert Jäger, «viele Kinder sind gar nicht mehr ausgerüstet für Wintersport.» Grundsätzlich könnten Schulen aber schon heute solche Sportwochen machen. «Der Kanton kann solche aber nicht verordnen», erklärt der Regierungsrat auf Anfrage.

Der Kanton könne da auch keinen Sonderzug fahren. «Es ist nicht vorgesehen, dass neben dem Lehrplan 21 noch ein Speziallehrplan für Bündner Wirtschaftsfragen eingeführt wird», macht Jäger klar.