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Jungunternehmerforum Start-ups in Graubünden setzen nicht auf die Politik

Heute Abend kürt das Jungunternehmerforum Graubünden das Start-up des Jahres. Für die Finalisten sind die von der Politik immer wieder heiss diskutierten Rahmenbedingungen kaum ein Thema. Das Gespräch mit den drei Jungunternehmern über ihre Erfindungen und die Herausforderungen.

Legende: Audio Die Finalisten im Gespräch: Novotny, Komminoth, Feurer (26.10.17) abspielen. Laufzeit 14:59 Minuten.
14:59 min, aus Regi GR vom 26.10.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zum fünften Mal findet heute Donnerstag in Chur das Jungunternehmerforum Graubünden statt. Es bietet mit Referaten und Workshops eine Plattform für Gründerinnen und Gründer.
  • Gekürt wird auch das Jungunternehmen 2017. Im Final sind: Eturnity AG (Peter Novotny), CB Financial Services AG (Marcel Komminoth), energieingenieur.ch GmbH (Enrico Feurer).
  • Sie diskutierten im Studio Chur mit SRF-Redaktorin Sara Hauschild über die Arbeitsbelastung, die Rolle der Politik und ihre Freude an einer eigenen Firma.

Im folgenden Ausschnitt des Gespräch diskutieren die drei Finalisten über die Rolle der Politik.

Sara Hauschild (SRF): Sie alle sind aktuell erfolgreich mit Ihrer Idee. Nun stellt sich auch die Frage, wie lässt sich ein Start-up erfolgreich weiterentwickeln. Aus der Politik heisst es dann, wichtig seien Anschubsfinanzierungen. Haben Sie eine finanzielle Unterstützung beantragt?

Marcel Komminoth: Ich habe Geld gebraucht, aber mein Eigenes, ohne das ich «angeschoben» worden wäre. Für Unterstützung habe ich nach einigen Abklärungen nicht angefragt, weil es zu kompliziert wäre. Die Entscheidungswege sind für mich zu lang. In meinem Bereich ist bereits ein halbes Jahr zu lang, das können Sie vergessen.

Enrico Feurer: Ich halte mich persönlich an den Grundsatz, wenn ich Geld verdienen möchte, dann möchte ich das aus eigener Kraft erreichen und nicht durch Fremdfinanzierung. Konkret habe ich die Neuentwicklung aus einem zweiten Unternehmen quersubventioniert.

Bei Ihnen Peter Novotny liegt der Fall ein bisschen anders. Sie haben von der Innovationsstiftung des Kantons Graubünden Geld bekommen. Wieso war das für Sie wichtig?

Peter Novotny: Wir haben zu Beginn wie Enrico Feurer unser Projekt querfinanziert. Doch mit der Zeit realisierten wir, dass wir – um vorwärts zu kommen – auf Geld von extern angewiesen sind um zu fokussieren und schneller auf dem Markt zu sein.

Ich weiss nicht mal, um was es geht, bei diesen Rahmenbedingungen.
Autor: Marcel KomminothCB Financial Services AG

Immer wieder heisst es in der Politik, es brauche gute Rahmenbedingungen. Sind diese in Graubünden gut?

Enrico Feurer: Ich hatte das Glück, dass ich mit den Kunden selber das Projekt entwickeln konnte. So hat mich das nie tangiert und mich auch nie beschäftigt.

Marcel Komminoth: Ich habe mich nie damit beschäftigt – ich weiss nicht einmal um was es geht bei diesen Rahmenbedingungen. Es ging auch ohne.

Peter Novotny: Wir sind dankbar für das Geld der Innovationsstiftung und der Prozess war nicht kompliziert. Am Anfang suchten wir auch Investoren, doch das war nicht so einfach, im Gegensatz zur Innovationsstiftung, die uns die Fokussierung auf dieses eine Projekt ermöglichte.

Enrico Feurer hat reüssiert

Ausgezeichnet wurde am Donnerstagabend der Elektroingenieur Enrico Feurer aus Fläsch mit seiner Firma Energieingenieur GmbH. Die Firma hat ein System entwickelt, das die Energieeffizienz in Skigebieten steigert, die sogenannte Snora-Box. Die Auszeichnung des 5. Jungunternehmerforums bringt Feurer ein Preisgeld von 3000 Franken ein.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr: habs, haus

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