Kraftwerkprojekt im Lugnez wird zum Gerichtsfall

Der für 120 Millionen Franken geplante Ausbau der Wasserkraft im bündnerischen Lugnez wird zum Gerichtsfall. Eine aussergerichtliche Einigung zwischen den Kraftwerken Zervreila KWZ und Umweltorganisationen scheiterte.

Stausee mit Mauer

Bildlegende: Zusätzliches Wasser für den Stausee Zervreila: So will es das Ausbauprojekt der Kraftwerke. Keystone

Die KWZ wollen Wasser an fünf Stellen im hinteren Lugnez im Bündner Oberland fassen, über bestehende Anlagen ins benachbarte Safiental und ins Hinterrheintal leiten und dort verstromen. Das Projekt soll die Stromproduktion der KWZ um 80'000 Megawattstunden auf 620'000 Megawattstunden steigern.

Kraftwerke und Umweltverbände konnten sich weder auf Restwassermengen noch auf einen befristeten Aufschub des Projektes einigen, wie die KWZ mitteilten. Von den Umweltorganisationen geforderte zusätzliche Abklärungen werden von den Kraftwerken zudem als bewusste Verzögerungstaktik eingestuft.

Die KWZ haben deshalb beim Bündner Verwaltungsgericht eine Fortsetzung des ausgesetzten Beschwerdeverfahrens beantragt. Eingereicht worden war die Beschwerde letzten Dezember. WWF, Pro Natura, die Greina-Stiftung sowie der Fischerei-Verband fechten darin die Konzessionsgenehmigung durch die Bündner Kantonsregierung an.

Umweltverbände gegen Wasserentnahme

Die Umweltorganisationen stellen sich auf den Standpunkt, dass im Lugnez kein weiteres Wasser entnommen werden dürfe. In den betroffenen Flüssen Glenner im Lugnez und Vorderrhein in der Rheinschlucht fehlten schon jetzt verfassungskonforme Restwassermengen. Die Fische litten unter Wassermangel, betonen die Umweltorganisationen und die Fischer.

Die Kraftwerke finden die Restwasserforderungen überrissen und kaum umsetzbar. Sie verweisen darauf, dass sie im mittlerweile 10-jährigen Projektverfahren den Umweltverbänden mehrfach entgegengekommen seien. Die ursprünglich erwartete Stromproduktion habe sich dadurch halbiert.

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz und Graubünden, 6.30 Uhr