«Nachhaltigen Tourismus gibt es nicht»

Architekturkritiker Benedikt Loderer verurteilt den Massentourismus in den Bergen. Im «Regionaljournal Graubünden» spricht der Bieler über seine provokanten Thesen.

Architekturkritiker Benedikt Loderer

Bildlegende: Benedikt Loderer gehört zu den renomiertesten Architekturkritikern der Schweiz. Keystone

Benedikt Loderer ist einer der bekanntesten Schweizer Architekturkritiker. Der Bieler gründete 1988 die Zeitschrift Hochparterre. Ende 2012 erschien sein Buch «Die Landesverteidigung». Darin kritisiert er die Zersiedelung in der Schweiz massiv.

Im Rahmen einer Podiumsveranstaltung diskutierte Benedikt Loderer in Chur über das Thema «Tourismus in Graubünden: Mit Fokus auf Nachhaltigkeit zum Erfolg?!». Wobei für Loderer klar ist, dass der Tourismus, wie er in Graubünden stattfindet, mit Nachhaltigkeit nichts zu tun hat. «Nachhaltiger Tourismus ist ein Widerspruch in sich», sagte er im Gespräch mit dem «Regionaljournal Graubünden» von Radio SRF.

Schneekanonen, Verkehr, Seilbahnen: Das alles muss nach Ansicht von Benedikt Loderer zum Massentourismus gezählt werden. Und dieser sei nicht mit dem Nachhaltigkeitsanspruch vereinbar. «Früher war ich Mitglied des Schweizerischen Alpenclubs. Heute zieht es mich eher in den Jura. Von dort schaue ich mir bei schönem Wetter den Säntis und Montblanc von weitem an. Da muss ich nicht rauf», so Loderer weiter.