Oberengadiner Aufstand im Grossen Rat

Der Bündner Grosse Rat diskutiert zurzeit einen neuen Finanzausgleich zwischen den Gemeinden. Ein Teil der Gemeinden im Oberengadin fühlt sich beim neuen System derart benachteiligt, dass sie gegen den neuen Finanzausgleich das Referendum ergreifen wollen.

Die Oberengadiner Gemeinde Silvaplana.

Bildlegende: Unter anderem Silvaplana wehrt sich gegen den neuen Finanzausgleich. Keystone

Der jetzige Finanzausgleich ist mehr als 50 Jahre alt, intransparent und ineffizient. In diesen Punkten waren sich alle im Grossen Rat einig. Widerstand kam aus dem Oberengadin. Die Tourismusgemeinden würden zu stark belastet, sagte Claudia Troncana aus Silvaplana. Man müsse zu viel in den Finanzausgleichstopf einzahlen.

Die Lasten, die eine Tourismusgemeinde zu tragen habe, würden zu wenig berücksichtigt. Das müsse korrigiert werden. Das Parlament sah dies anders. Das geplante System sei gerecht.

Die Reaktion aus dem Oberengadin kam postwendend. Sie werde das Gesetz gemeinsam mit andern Gemeinden bekämpfen, sagte Claudia Troncana im Rat. Man werde wohl das Referendum ergreifen.

Da werden Erinnerungen wach. Bereits gegen den ersten Anlauf für einen neuen Finanzausgleich wurde das Referendum ergriffen. 2010 wurde dann das Mammutprojekt vom Volk verworfen.