Russen bleiben dem Engadin fern

Sanktionen, schlechte Wirtschaftslage und eine Intervention des Staates: Gründe dafür, weshalb auch in diesem Jahr weniger Russen Winterferien in St.Moritz verbringen als üblich. Die Touristiker rechnen nicht mit einer schnellen Wende.

Champagnerflaschen in einem silbernen Eimer, Menschen im Hintergrund

Bildlegende: Im Oberengadin knallen die Korken russischer Gäste weniger als auch schon. Keystone

Der tiefe Ölpreis und der schwache Rubel haben die Wirtschaft in Russland in den vergangenen Monaten beeinträchtigt. Deshalb müssen viele Russen aus finanziellen Gründen auf Ferien im Ausland verzichten. Hinzu kommt eine Weisung des Staates. Dieser sieht es aufgrund der westlichen Sanktionen nicht gern, wenn die eigenen Bürger Ferien im Westen verbringen.

Eine Situation, die sich bereits im letzten Winter im Oberengadin bemerkbar gemacht hat. Die Destination Engadin St. Moritz hat über 20 Prozent weniger russische Gäste verzeichnet als noch vor zwei Jahren.

Touristiker mit wenig zufrieden

«Wir rechnen nicht damit, dass sich dies nun ändert», sagt Ariane Ehrat, CEO der Destination Engadin St. Moritz. Man sei bereits froh, wenn die Zahlen gleich bleiben wie im vergangenen Jahr.

Besserung ab 2017 in Sicht

Urs Eberhart von Schweiz Tourismus sagt, dass sich die Situation auch 2016 nicht verbessern werde: «Erste Prognosen deuten aber auf einen Aufschwung der russischen Wirtschaft im Jahr 2017 hin.»