Russen buchen weniger Engadin-Ferien

In den vergangenen Jahren sind Touristen aus Russland auch für das Oberengadin immer wichtiger geworden. In diesem Jahr zeichnet sich allerdings ein deutlicher Rückgang bei russischen Gästen ab. Schuld ist die Stimmung im Land und die Wirtschaftslage.

Zwei Frauen mit Pelzmänteln, eine Flasche Champagner

Bildlegende: Durch den Zerfall des Rubels können sich russische Gäste die Ferien im Oberengadin nicht mehr leisten. Keystone

Jeweils im Januar treffen sich viele Russen im Oberengadin um gemeinsam russische Weihnachten und Neujahr zu feiern. Die ausgabefreudige Klientel sorgt bei den Hotels und Restaurants für ein zweites Weihnachtsgeschäft.

Rund vier Prozent der Gäste sind in der Wintersaison im Oberengadin aus Russland. Eigentlich ein geringer Anteil, ist man versucht zu sagen. Allerdings gelten diese Gäste als äusserst ausgabefreudig. Die Klientel sei sehr wichtig, sagt dazu Roberto Rivola von der Tourismusorganisation Engadin St. Moritz.

Nun hat der Wind aber gedreht. Die Russen buchen weniger Engadin-Ferien als in den Jahren zuvor.

«  Wir werden in diesem Winter deutlich weniger russische Gäste haben. »

Robert Rivola
Tourismusorganisation Engadin St.Moritz

Die Gründe, dass die Russen weniger fleissig in die Schweiz reisten seien vielfältig, sagt Alain Suter, Sprecher von Schweiz Tourismus. Die Ukraine-Krise und die damit verbundenen Sanktionen des Westens gegen Russland, sei ein Grund. Ein Zweiter sei der Wertzerfall des Rubels.

Minus 10 Prozent

«Bevor der Rubel derart massiv an Wert verloren hatte, konnte sich die stark wachsende russische Mittelschicht Ferien in der Schweiz leisten», sagt Suter. Nun sei dies nicht mehr der Fall. Schweiz Tourismus rechnet damit, dass bis Ende Jahr die Zahl der russischen Touristen um rund zehn Prozent einbrechen wird.