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St. Moritz Die Nachhaltigkeit der Ski-WM auf dem Prüfstand

Legende: Video Nachhaltigkeit der Ski-WM untersucht abspielen. Laufzeit 2:55 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 19.09.2017.

Die Ski-WM in St. Moritz sollte nicht nur aus sportlicher Sicht ein Erfolg werden, sondern auch nachhaltig sein. Dafür lancierten die Verantwortlichen mehrere Projekte in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Management. Insgesamt gab es 22 Projekte. 19 Projekte konnten ganz oder teilweise erfolgreich umgesetzt werden, heisst es im Bericht.

Wirtschaft. Jürg Stettler, Tourismusprofessor an der Hochschule Luzern hat im Auftrag der WM-Organisatoren untersucht, wie erfolgreich diese Projekte waren. Hotels und das lokale Gewerbe hätten profitiert, aber es habe auch Verlierer gegeben: «Luxusgeschäfte hatten keine guten zwei Wochen», sagt Stettler. Die WM habe zu Verdrängungseffekten geführt. Über alles gesehen sei die Wirkung jedoch positiv gewesen und man habe 144'000 zusätzliche Logiernächte verzeichnet. Die Organisatoren glauben auch, dass die Ski-WM in China wahrgenommen wurde, einem in Zukunft wichtingen Markt.

Umweltschutz. Die WM-Organisatoren hatten sich auch zum Ziel gesetzt, die Natur zu schonen. So heisst es im Bericht, viel Abfall sei rezykliert und ein Elektrobus eingesetzt worden. Für die Bündner Umweltschutzverbände waren diese Ziele aber zu wenig ambitioniert, ihr Fazit: Die Natur habe vom Anlass nicht profitiert, erklärt im Gespräch SRF-Inland-Redaktor Rafael von Matt.

Zwei Ziele wurden verfehlt. So sei es nicht gelungen, denn Anlass energieneutral durchzuführen. Von den 165'000 Besuchern sei über die Hälfte mit dem Auto angereist. Die Anfahrt per Bahn sei für die vielen Tagesbesucher offenbar zu wenig attraktiv gewesen, sagt Tourismusprofessor Jürg Stettler im Gespräch mit SRF.

Vermächtnis. Mit dem Projekt für Olympische Winterspiele 2022 entstand die Idee, dass grosse Sportanlässe auch dauerhafte positive Veränderungen bewirken können. Die Messlatte sei sehr hoch gesetzt worden, sagt SRF-Inland-Redaktor Rafael von Matt: «Nach meiner Einschätzung resultiert nun kein grosses Vermächtnis». Positiv zu werten seien aber sicher die schönen Erlebnisse bei gutem Wetter, das könne für eine Tourismusdestination viel wert sein. Hinzu komme eine Erneuerung der Infrasstruktur - so wurde der Bahnhof von St. Moritz im Hinblick auf die WM umgebaut oder ein Eispavillon renoviert.

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