Streit um goldene Lärche in Pontresina

Ein Kunstprojekt sorgt in Pontresina für Aufruhr: Eine vergoldete Lärche hätte oberhalb eines Schutzdammes aufgestellt werden sollen – auf die Gefahr hin, verschüttet zu werden. Den Politikern von Pontresina ist diese vergängliche Kunst aber zu teuer.

Eine goldene Lärche oberhalb von Pontresina.

Bildlegende: Das Kunstprojekt mit einer goldenen Lärche oberhalb Pontresina ist umstritten. zvg

Kultur und Kunst sind wichtig in Pontresina: Seit Jahren organisiert die Kulturkommission Veranstaltungen und Ausstellungen. Sie berät auch die Gemeinde bei kulturellen Fragen. Zum zehnjährigen Jubiläum entstand die Idee, ein dauerhaftes Kunstprojekt beim Giandains-Damm zu realisieren.

Auch der Damm feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Jubiläum. Die Erdwälle schützen das Dorf vor einer möglichen Rüfe. Die Jury wählte das Projekt der Bündner Künstlerin Ursula Palla aus: Eine vergoldete Lärche oberhalb des Schutzdamms.

Zuviel Geld für eine Lärche

Die Lärche würde wie ein richtiger Baum aussehen, gegossen aus Aluminium und dann vergoldet. Für Jurypräsident Christof Rösch handelt es sich um eine «einfache, poetische und sinnliche» Arbeit, die präzise die Situation vor Ort umschreibt: Nämlich das Verhältnis von Natur und Kultur sowie die gefährdete Situation des Dorfes. 

Der Gemeindevorstand konnte sich mit dieser Interpretation jedoch nicht anfreunden. Das Kunstwerk für 25'000 Franken sei zu teuer angesichts der drohenden Lawinengefahr, sagt Gemeindepräsident Martin Aebli.

Der Vorstand lehnte es deshalb ab, den nötigen Kredit freizusprechen, und trat vergangene Woche auch auf ein Wiedererwägungsgesucht nicht ein. Für Kulturkommission und Jury handelt es sich um eine verpasste Chance.