Töditunnel bleibt vorerst Wunschtraum

Ein 14 Kilometer langer Tunnel durch den Tödi als Verkehrsverbindung von Linthal im hinteren Glarnerland und Trun im Bündner Oberland dürfte für einige Zeit ein Wunschtraum bleiben. Die Bündner geben der Realisierung einer solchen Röhre derzeit wenige Chancen.

Bahn verlässt Tunnel

Bildlegende: Die Rhätische Bahn verlässt den Landwassertunnel. Eine Tunnelverbindung ins Glarnerland lässt weiter auf sich warten. Keystone

Der Bau eines Töditunnels von Linthal nach Trun als isolierte Massnahme sei wegen des beschränkten Nachfragepotenzials und der hohen Investitions- und Betriebskosten in absehbarer Zukunft wenig wahrscheinlich. Das schreibt die Bündner Regierung in ihrer am Montag veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage aus dem Kantonsparlament.

In der Einschätzung der Kantonsregierung dürfte eine Weiterverfolgung des Tunnelprojekts vor allem im Rahmen von Diskussionen um eine neue Alpentransversale zweckmässig sein. Eine solche neue Alpentransversale könnte eine Tödi-Greina-Linie bis nach Biasca im Tessin sein.

Zwischen den Regierungen des Bündner- und des Glarnerlandes ist das Tödi-Projekt bislang nicht besprochen worden. Die Bündner Regierung ist eigenen Angaben zufolge aber bereit, ein solches Projekt gegenüber der Glarner Regierung zu thematisieren. Dabei wollen die Bündner in Erfahrung bringen, was die Glarner von einem solchen Tunnel halten.

Auf Bündner Seite könnte ein Töditunnel vor allem der Region Oberland (Surselva) von Nutzen sein. Die Surselva leidet unter einer überdurchschnittlich hohen Abwanderung. Im Tourismus gehen die Gästezahlen zurück. Verkehrstechnisch wird deshalb ein näheres Heranrücken an den Metropolitanraum Zürich angestrebt.