Weiterhin Streit wegen Zweitwohnungssteuer in Silvaplana

Nun ist klar, wie die Oberengadiner Gemeinde Silvaplana die umstrittene Zweitwohnungssteuer umsetzen will. Die angestrebte Regelung kommt bei den Ferienhausbesitzern aber gar nicht gut an. Die Gemeinde habe unrealistische Vorgaben gemacht.

Ferienhäuser in Silvaplana.

Bildlegende: Wird eine Ferienwohnung oft benutzt, soll der Besitzer keine entsprechende Steuer zahlen müssen. Keystone

Die Gemeinde Silvaplana will mit einer neuartigen Zweitwohungssteuer dafür sorgen, dass die Ferienwohnungen besser ausgelastet sind. Das Bundesgericht hatte für dieses Ansinnen im Frühjahr bereits grünes Licht gegeben.

Wer seine Wohnung zur Vermietung anbietet, wird von der Steuer befreit. Aber auch wer die Wohnung selbst benutzt könne nun von einer Reduktion des Steuersatzes profitieren, sagt Claudia Troncana, Gemeindepräsidentin von Silvaplana.

Wer nachweisen kann, dass der Besitzer, Freunde und Bekannte mindestens 160 Tage im Jahr in der Ferienwohnung verbringen, muss ebenfalls keine Steuer mehr zahlen, so der neuste Vorschlag der Gemeinde. «Wir kommen den Ferienhausbesitzern so entgegen», sagt Troncana.

Die Betroffenen sehen dies allerdings anders. Bruno Suter, Sprecher der Zweitwohnungsbesitzer, die sich bereits bis vor Bundesgericht gegen die Steuer gewehrt hatten, findet die Messlatte für eine Steuerbefreiung viel zu hoch angesetzt.

«Nicht mal bei einer professionellen Vermietung erzielt man, dass eine Wohnung 160 Tage im Jahr ausgelastet ist», sagt Suter. Ein «Soll» von 70 bis 80 Tagen pro Jahr wären für die Eigennutzung realistisch, findet er.

An einer Informationsveranstaltung Ende Oktober sollen nun alle Ferienhausbesitzer über die Pläne der Gemeinde informiert werden. Später entscheidet dann die Gemeindeversammlung darüber.