1. August-Brunch: Werbung statt Gewinn

Vor 20 Jahren machten über 500 Bauernfamilien am traditionellen 1. August-Brunch mit. Heute sind es noch 350. Der Aufwand ist gross und der Gewinn klein, trotz grosser Nachfrage. Neue Betriebe in der Ostschweiz entdecken nun aber diesen Brunch als Werbeplattform.

Ein Frühstücksplatz ist gedeckt.

Bildlegende: 34 Kilo Brot, 10 Kilo Butter, 240 Eier, 5 Kilo Bratspeck und 30 Kilo Rösti serviert die Familie Gemperli in Nassen. zvg

Bereits jeder dritte Brunch in der Schweiz ist ausgebucht. Die Leute zieht es am 1. August hinaus aufs Land. Sie wollen etwas Schweizerisches erleben. Im Kanton St.Gallen machen dieses Jahr 24 Höfe mit, fünf sind neu dazu gekommen. Bauer Fabian Gemperli aus Nassen im Toggenburg macht zum ersten Mal mit. Er hofft auf die Werbung und möchte der Bevölkerung zeigen, wie der Betrieb funktioniert. Seine 220 Plätze sind schon alle besetzt.

Auch im Kanton Graubünden machen sechs neue Betriebe mit, insgesamt sind es 33. «Viele Bauern bieten heute auch Agrotourismus an, haben einen Bioladen oder andere Veranstaltungen. Für sie ist ein 1. August-Brunch interessant», so Brigitte Süess vom Schweizer Bauernverband. Im Kanton Thurgau könnte man sogar noch mehr Bauernfamilien brauchen, so der Verband Thurgauer Landwirtschaft. Von den sechs Brunches seien schon vier ausgebucht.