Abzocke um den roten Pass

Ausländer, die sich in Wil einbürgern lassen wollen, müssen tief in die Tasche greifen. Die Äbtestadt schreibt mit den Einbürgerungen nicht nur Gewinne, die Gebühren für Einzelpersonen mit Kindern überschreiten auch das kantonal zulässige Maximum.

Pass

Bildlegende: Wil macht mit den Einbürgerungen Gewinne: 2014 resultierte ein Überschuss von 49'900 Franken. Keystone

Der rote Pass darf nicht mehr kosten, als die Gemeindeverwaltungen für das Einbürgerungsverfahren aufwenden. So lautet der bundesgerichtliche Entscheid, der seit 2006 in Kraft ist. Einbürgerungswillige Ausländer würden deshalb erwarten, dass die Gebühren in jeder Gemeinde ähnlich sind. Doch die Preise für eine ordentliche Einbürgerung für Ausländer unterscheiden sich im Kanton St. Gallen von Gemeinde zu Gemeinde markant. Manche Gemeinden verlangen doppelt so viel fürs «Schweizermachen» als andere.

Der Wiler SP-Stadtparlamentarier Arber Bullakaj stösst sich an den «überhöhten Einbürgerungsgebühren in der Stadt Wil» und hat im Parlament einen entsprechenden Vorstoss eingereicht.

Eine Einzelperson mit Kindern zahlt in Wil für die Einbürgerung 2500 Franken. Im Vergleich: Die Stadt St. Gallen mit 1400 Franken, Flawil mit 1700 Franken und Gossau mit 1250 Franken verrechnen deutlich weniger.