Anpacken statt reines Uni-Büffeln: «Theoretiker gibt es genug»

Die Universität St. Gallen setzt in ihrem Master-Kurs «Nachhaltige Geschäftsmodelle» den Schwerpunkt auf dem praktischen Arbeiten. Sechs Projekte sind in diesem Semester entstanden – unter anderem ein Weihnachtsmarkt mit regionalen Produkten.

Collage links ägyptische Seifen, rechts Apfelmost «Gartengold»

Bildlegende: Am Weihnachtsmarkt werden sowohl selbstgemachte Seifen als auch Apfelsaft aus regionaler Produktion verkauft. ZVG / Collage SRF

«Praktisches Arbeiten ist nicht vergleichbar mit den Theorien, eine völlig andere Welt», so Tristan Czodrowski von der Projektgruppe Weihnachtsmarkt.

Genau um diese Erkenntnis geht es dem Professor des Kurses, Patrick Stähler. «Die Studenten sollen merken, dass Theorien auf dem Papier in der Praxis nicht immer so einfach funktionieren. Im Kurs sollen sie deshalb tüfteln, ausprobieren und auch einmal auf die Nase fliegen.»

Die Krux mit Facebook

Konkret steht die Gruppe vor dem Problem, dass sie nicht weiss, wie viele Leute den Weihnachtsmarkt besuchen werden. Da sie die Strategie digitales Marketing fahren, werben sie vor allem auf Facebook. Dort haben sich rund 250 Personen definitiv angemeldet, rund 300 sagen vielleicht und rund 600 Leute hätten den Status «noch nicht entschieden». In der Theorie werde mit ungefähren Annahmen geplant, in der Praxis weiss die Gruppe nun nicht, ob 200 oder 1000 Personen zum Weihnachtsmarkt kommen – eine neue Erfahrung.