Appenzell prüft Begegnungszone mit Tempo 20 im Dorfkern

Seit Jahren wird eine andere Lösung für die Verkehrsregelung im Dorf Appenzell gesucht. Alle bisherigen Versuche sind gescheitert. Ein verkehrsfreier Dorfkern ist endgültig vom Tisch, dafür präsentiert die Innerrhoder Regierung einen neuen Vorschlag: eine sogenannte Begegungszone mit Tempo 20.

Das Rathaus in Appenzell mit seinen Torbögen ist die Verbindung von Süd nach Nord.

Bildlegende: Durch die Torbögen des Rathauses in Appenzell geht die Verbindungsstrasse von Süd nach Nord. Keystone

Die Hauptgasse von Appenzell ist eine Sehenswürdigkeit mit bunten bemalten Fassaden an den Häusern. Sie ist ein Anziehungspunkt für Touristen. Diese müssen allerdings immer wieder Platz machen, damit Autos an ihnen vorbei kommen. Der Dorfkern ist nämlich nicht verkehrsfrei. Durch die beiden Torbögen unter dem Rathaus bahnt sich der Verkehr. Es ist die Verbindung von Süd nach Nord.

Die Innerrhoder Regierung wollte diese Verkehrssituation ändern. Die Sperrung der Rathausbögen ist allerdings gescheitert. 100 Bürger haben sich mit einem Rekurs gewehrt. Nun wird eine sogenannte Begegnungszone mit Tempo 20 geprüft. Zur Zeit wird ein Gutachten ausgearbeitet. Bis im Frühling sollen die Fakten auf dem Tisch liegen.

Appenzellerland Tourismus enttäuscht

«Die Touristen erwarten, dass Appenzell verkehrsfrei ist», sagt Guido Buob, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus. Er ist enttäuscht über den Entscheid, dass die Idee eines verkehrsfreien Dorfkerns vom Tisch ist. «Das Problem ist nicht das Tempo, sondern der Platz und dieser würde auch mit einer Begegnungszone zu eng sein.»

Eine weitere Möglichkeit wäre eine zeitliche Sperrung der Rathausbögen. Zum Beispiel von Mai bis Oktober von 10 Uhr bis 17.00 Uhr. Diese Idee habe man geprüft, heisst es bei der Innerrhoder Regierung. Bevor man diese allerdings weiterverfolge, wolle man zuerst die Idee mit der Begegnungszone zu Ende führen.