Aus Ohnmacht wird Solidarität

Im April 2004 wurde das Asylrecht in der Schweiz verschärft. Asylsuchende, die abgewiesen werden, erhalten seither nur noch Nothilfe. Verzweifelte Asylsuchende klopften an die Türen der Pfarrhäuser oder schliefen unter Brücken. Dies löste in St. Gallen eine Bewegung aus.

Eine Gruppe tat sich zusammen und sagte sich, «diesen Menschen muss geholfen werden». Es entstand das Solidaritätsnetz St. Gallen. Weil sich auch Interessierte aus umliegenden Kantonen meldeten, entstand das Solidaritätsnetz Ostschweiz.

Schnell wurde ein Mittagstisch organisiert, Freiwillige begleiteten Asylsuchende zu den Sozialämtern, übersetzten amtliche Dokumente und versuchten zu vermitteln. Auch heute noch. Mittlerweile zählt die Basis über 1'000 Mitglieder und umfasst die Kantone St. Gallen, Thurgau und Graubünden. Wie viele Freiwillige mitarbeiten ist unklar, da immer mal wieder jemand dazu kommt. Es sind schätzungsweise 200 Aktive.

Verschiedene Projekte

Das Solidaritätsnetz Ostschweiz besteht aus vielen verschiedenen Projekten: Das Solihaus in St. Gallen beispielsweise, wo die Büros sind und die Asylsuchenden sich zum Mittagstisch treffen. Hier erhalten sie Hilfe mit den amtlichen Dokumenten, können sich untereinander austauschen. Nur wenige Fusschritte entfernt ist die Schule, Bildung für alle. Hier werden das Alphabet gelernt und Deutschkurse besucht.

Eine Gruppe besucht Flüchtlinge im Gefängnis, die in Vorbereitungshaft oder Ausschaffungshaft sitzen. Oft trifft es Menschen, die schon lange hier leben, aber nicht in ihre Heimat zurück können.