«Die Dienstwaffe ist mehr als nur ein Ding»

Die St. Galler Kantonspolizei rüstet nach 22 Jahren um. Die alte Dienstwaffe wird durch eine neue ersetzt. Das sei mehr als eine Umtauschaktion. Auf der Spur eines Mythos.

Ein Polizist in zivil zielt mit einer Waffe direkt in die Kamera.

Bildlegende: So wie Harald Düring von der Kantonspolizei St. Gallen zielen die Polizisten selten auf Menschen. SRF

Die über 600 Polizistinnen und Polizisten der St. Galler Kantonspolizei müssen sich schon bald umgewöhnen. Statt mit der SIG Sour P226 werden sie sich in Zukunft mit einer günstigeren, präziseren und leichteren Pistole schützen. Zurzeit läuft das Bieterverfahren.

«Die Dienstwaffe hat einen hohen Stellenwert für einen Polizisten», sagt Harald Düring, Chef der Sicherheitspolizei, in der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» auf Radio SRF. Sie sei die Lebensversicherung. Entsprechend viel Aufmerksamkeit schenken die Polizisten ihrer Dienstwaffe.

Seit 18 Jahren trägt auch Fredie Sonderer seine Pistole an der Hüfte. Immer durchgeladen. Er nennt sie scherzhaft «Baby». «Sie gehört zur Arbeit des Polizisten wie der Massstab bei einem Handwerker», sagt der 41jährige dreifache Familienvater.

Zuhause bewahrt er seine Dienstwaffe an einem geheimen Ort auf. Nur seine Frau kennt ihn. «Trotz aller Vorsicht könnten die Kinder die Waffe aber finden», erklärt Patrizia Sonderer. Unwohl sei ihr bei der aktuellen Situation aber nicht. Sie vertraue ihrem Mann.