«Die Gäste kommen nicht nur weil man Werbung macht»

Der Ostschweizer Tourismus scheint nicht vom Fleck zu kommen. Verbesserungsmöglichkeiten in den touristischen Organisationen gebe es durchaus, sagt Tourismus-Experte Christian Lässer. Aber gewisse natürliche Grenzen seien einfach gegeben.

Churfirsten

Bildlegende: Das Toggenburg hätte nicht nur landschaftlich viel zu bieten. Toggenburg Tourismus

Man müsse fair bleiben, sagt Christian Lässer, Direktor des Instituts für Systemisches Management und Public Governance an der Uni St. Gallen. Destinationen wie etwa das Toggenburg machten gar nicht so viel falsch.

Die Fokussierung auf spezifische Kundengruppen wie Biker oder die Positionierung als Klang-Region seien vielversprechend. «Aber die Ostschweiz hat einfach nicht so viel Potential wie Graubünden oder das Berner Oberland», so Lässer im Interview mit der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» auf Radio SRF1.

Bei den Tourismusorganisationen sieht er Verbesserungspotential: «Noch vor 10 Jahren hatten die Organisationen eine wichtige Aufgabe in der Information der Kundschaft», sagt Lässer. Heute gehen alle ins Internet. Tourismusorganisationen sollten eine Region vermarkten. Dabei habe man aber nach wie vor die Kundschaft zu wenig im Blickfeld. «Fragen Sie einen Touristiker, wie der Gast seine Entscheidung für oder gegen eine Region fällt, Sie werden keine Antwort bekommen», so Lässer.