Die Krux mit der EU-Flagge

Ein St. Galler SVP-Kantonsrat wollte erreichen, dass am Regierungsgebäude grundsätzlich nur noch die Schweizer und die St. Galler Flagge gehisst werden. Ausgelöst hatte die Anfrage eine EU-Flagge. Die Regierung weist das Begehren zurück: Es handle sich um ein Missverständnis.

Am 5. Mai 2012 hing am St. Galler Regierungsgebäude eindeutig die EU-Flagge, dachte sich ein SVP-Kantonsparlamentarier: 12 goldene Sterne auf blauem Hintergrund - er konnte sich nicht irren, war er sich sicher. Und reichte eine Anfrage bei der St. Galler Regierung ein.

Der Inhalt: Ausländische Flaggen sollen am Regierungsgebäude nur mit absoluter Zurückhaltung gehisst werden. Grundsätzlich gelte, die Schweizer und St. Galler Flagge zu sehen. Nun kontert die Regierung.

Es handle sich bei dieser Flagge gar nicht um die EU-Flagge, sondern um jene des Europarates. Diese sei zwar identisch mit jener der EU, werde aber seit 1955 und damit schon viel länger gebraucht. Deshalb halte man an der bisherigen Praxis fest.

Will heissen: Auch am nächsten 5. Mai flattern die 12 goldenen Sterne auf blauem Hintergrund im St. Galler Himmel. So wie das auf dem ganzen Kontinent der Fall ist, wenn der Europarat für seine Friedens- und Menschenrechtsbemühungen geehrt wird.