Eine gute Figur zur sechzigsten Saison

«Spielzeit 2015/2016» steht bescheiden auf dem Programmheft. Dabei ist es bereits die 60. Spielzeit, auf die das Figurentheater St. Gallen zurückblicken kann. Und Aufführungen mit Puppen sind längst nicht mehr nur etwas für Kinder.

Drei Puppenspieler und fünf Figuren auf der Bühne.

Bildlegende: Emil und die Detektive: Mit Koffer, Charme und Melone, der Kinderbuchklassiker von Erich Kästner auf der Figuren-Bühne. Figurentheater St. Gallen

Figuren spielen auf dieser Bühne in St. Gallen die Hauptrolle. Sie sind es, die die Geschichten erzählen, gespielt von Menschen. «Figuren können einfacher nachgebildet werden, als eine Maske bei einem Schauspieler. Mit den Puppen können ganz andere Räume, Ebenen geschaffen werden», erklärt sich Frauke Jacobi den langjährigen Erfolg des Figurentheaters St. Gallen. Jede Spielzeit besuchen rund 10'000 Zuschauer das Theater.

Eine Puppenspielerin hält eine Figur in die Höhe.

Bildlegende: Zum Saisonstart spielt Frauke Jacobi die Eigenproduktion «Mutig sein!». Figurentheater St. Gallen

Nach wie vor wird vor allem auf Handwerk und Handarbeit gesetzt. Zwar habe man letzte Saison Filmanimationen integriert. Doch sei es gerade die Ruhe des Puppentheaters, die dessen Charme ausmache, schwärmt Frauke Jacobi. Sie und ihr Mann, Stephan Zbinden, haben vor einem Jahr die Leitung des Theaters übernommen.

Für die Jubiläums-Spielzeit gibt es mehrere Gastspiele, unter anderem aus Griechenland, Holland und Prag. Zudem werden «Räuber Hotzenplotz» und «Die Weihnachtsgans Auguste» als Eigenproduktionen aufgeführt.

Das Programm sei aber nicht nur für Kinder. Am Abend gehört das Figurentheater den Erwachsenen: «Figurentheater ist nicht gleich Kasperli. Die Geschichten sind auch schräg und skuril». Man versuche, die alten Vorstellungen von Figurentheater in den Köpfen der Erwachsenen zu ändern.